Getreu der Messetradition von Leipzig, hat die Rosenthal-Porzellan-A.G. auf der kürzlichen Mustermesse der Deutschen Industriemesse in Hannover der Öffentlichkeit einen Einblick in das jüngste Fabrikationsprogramm ihrer neun Porzellanfabriken gegeben. Besonders augenfällig ist bei diesem Unternehmen, das zur Zeit 5600 Arbeitnehmer beschäftigt, die erfreuliche Exportsteigerung: sie erreichte 1950 gegenüber 1949 eine Erhöhung um 80 v. H. Größte Exportkunden sind die USA, die Schweiz, Schweden, Italien, Südafrika und die Niederlande. Innerhalb der Qualitäts-Porzellanindustrie Westdeutschlands hat Rosenthal die höchsten Exportanteile bei Lieferungen nach Mittelamerika (80 v. H.), Schweden (72,4 v. H.), Südamerika (68,1 v. H.), Österreich (67 v. H.), der Schweiz (61,6 v. H.), Italien (56 v. H.) und den USA (52 v. H.). Der prozentuale-Anteil der Rosenthal-Porzellanfabriken (ohne Berücksichtigung der technischen Werke) am Absatz der westdeutschen Gebrauchs- und Zierporzellan-Industrie erreichte im Vorjahre 16 v. H. Von der Produktion gingen rd. 32 v. H. ins Ausland.

Arbeitswissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, daß rund 100 Hände notwendig sind, um einen einzigen weißen Teller herzustellen. Hieran kann man erkennen, wie lohnintensiv Porzellan ist. Anläßlich der Industriemesse überraschte Rosenthal mit einer Reihe moderner Schöpfungen. Da war z. B. die asymmetrische Vase oder – wie man sie in den USA nennt – die „Vase mit den sieben Gesichtern“, das Mokka-Service „Oval“ und das „Service in der Handtasche“, ferner als neuartiges Dekor „Noten auf Porzellan“ und Tierkreiszeichen (als Geschenkartikel). Aber auch die „gemalte Lyrik“, die Rosenthal-Dekoration „Magie“ und die „Blauen Tiere“ dürfen als Ausdruck einer neuen Kunstauffassung nicht übersehen werden. Vom Bedeutung ist außerdem, daß dieser Betrieb, der übrigens über vorbildliche soziale Leistungen und Einrichtungen verfügt, das Standard-Export-Dekor „Moosrose“ für den deutschen Markt freigegeben hat und die haltbaren Unterglasur-Dekorationen wieder aufnahm. we.