DIE ZEIT

Ernest Bevin †

In der langen Reihe der englischen Außenminister, die während der letzten 150 Jahre die Politik ihres Landes durch manchen Sturm geleitet und die Insel zu einem weltumspannenden Imperium entwickelt haben, stehen viele große Namen nebeneinander: Viscount Castlereagh, Lord Palmerston, der Herzog von Wellington, Earl of Derby, Sir Edward Grey, Lord Curzon.

Fallensteller Stalin in Wild-Ost

Wer es nicht gesehen hat, glaubt es nicht: In der Sowjetzone stehen seit langem an allen markanten Punkten kleine und große Stalinbilder wie andernorts die Straßenlaternen.

Schlecht beraten

Die argentinische Abgeordneten-Kammer hat mit 103 gegen 16 Stimmen beschlossen, die unabhängige Zeitung La Prensa zu enteignen.

Robert Kempner in eigener Sache

Der Mann, der in Nürnberg im „Wilhelm-Straßen-Prozeß“ ein harter Ankläger von Staats wegen war, Robert Kempner, ist auch ein harter Kläger in eigener Sache: Vor der 43.

Der Krieg aber ist geblieben...

Der leichtfertige Unfehlbarkeitsglaube MacArthurs hatte die Welt dicht an den Abgrund eines dritten Weltkrieges getrieben. Diese Gefahr ist jetzt verringert worden.

Wohlleb und die Liliputaner

Südbadens Staatspräsident Wohlleb hat Angst, Angst vor einem Südweststaat, der seinen Miniaturstaat verschlingen könnte. Für sein Leben gern möchte er Südbaden erhalten.

Die den Krieg gewannen...

Der kalte Angstschweiß kann dem braven Steuerzahler ausbrechen, wenn er folgende Meldung liest: Ein Fünftel aller Personenwagen, die im Jahre 1950 von deutschen Automobilwerken geliefert wurden – landeten bei westdeutschen Behörden.

Kämpfer gegen den Kommunismus

DPs – eine nicht aufgebotene Armee Eine Nachricht, die dieser Tage aus den VereinigtenStaaten kam, hat blitzartig eine Frage beleuchtet, die im Westen viel zu wenig beachtet wird: Die Frage nach der politischen Bedeutung der DPs, der displaced persons.

Gesetz Nr. 11

Ein neues Beispiel für diese dialektischen Fähigkeiten ist das Sowjetzonengesetz Nr. 11 vom 30. Januar 1951. Es regelt das „Beratungswesen“.

Deutsches Eigentum in Österreich

Zwei Jugendliche, der eine groß, der andere klein, sind wegen mutwillig angerichteten Schadens vor den Richter gekommen. Der verurteilte zuerst den Großen, und da er nicht zahlen kann, wird sein Mantel versteigert.

Ein politischer Haudegen

Das Bild, das der amerikanischen und der Weltöffentlichkeit von dem neuen Oberbefehlshaber der UNO-Streitkräfte in Korea geboten wird, ist bereits Bestandteil einer Propaganda, die die Ablösung des einen Generals durch den anderen rechtfertigen soll.

DIE WOCHE

Der UNO-Befehlshaber in Korea, General Douglas MacArthur, wurde vom Präsideuten Truman aller seiner Kommandoposten enthoben.

Eine Armee von Deserteuren?

Gestern flüchteten sieben „Volkspolizisten“ nach Westberlin..., diese oder eine ähnliche kurze Notiz eröffnet jetzt Tag für Tag die lokalen Meldungen der Westberliner Zeitungen.

Tito wird bewaffnet

Die kommunistische Belgrader Regierung hat die Westmächte um Waffenlieferungen gebeten. In einer langen Liste sind die dringendsten Bedürfnisse der Armee Titos aufgeführt: Artillerie, Panzer, Handfeuerwaffen, Fahrzeuge und Ersatzteile.

Mäßigung ist Kraft

Als der Vorsitzende der 57. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden seine Eröffnungsrede hielt und forderte, daß Liebe die treibende Kraft aller Medizin sein müsse, hielten die meisten Zuhörer das für schöne Worte, die zwar allgemein anerkannt, aber selten befolgt werden.

Eine Stefan-Zweig-Ausgrabung

Stefan Zweigs dramatische Dichtung „Jeremias“ ist nach wenigen folgelosen Aufführungsversuchen in Vergessenheit geraten. Sie entstand unter den Eindrücken des ersten Weltkrieges und erschien 1919 als Buch im Insel-Verlag.

Der Sender, der seine Sendung nicht verstand

Jener alerte junge Mann, der im Vorzimmer des NWDR-Generaldirektors sitzt und der neulich sich in der „Zeit“ nicht gelobt fand, gab dem spontanen Gefühl des Ärgers, das ihn gegen den Kritiker des Rundfunks überkam, so Ausdruck: er hätte ihn am liebsten niedergeschlagen .

Notizen

Ein Osteuropa-Institut wird im Sommersemester 1951 an der Westberliner „Freien Universität“ mit seiner Tätigkeit beginnen. Das Institut soll die Arbeit der Osteuropa-Institute der Universitäten Breslau und Königsberg fortsetzen.

Teurer Krieg in Vietnam

Seitdem General Jean de Lattre de Tassigny das Amt des französischen Hohen Kommissars in den indochinesischen Mitgliedsstaaten der „Französischen Union“ und gleichzeitig den Posten des Oberbefehlshabers der französischen Truppen in Vietnam übernommen hat, ist eine wesentliche Besserung in der militärischen Lage der Franzosen eingetreten.

Seeräuber und Diplomatie

Am 9. Januar 1950 stand der der Reederei Isbrandtsen gehörende Sechstausendtonner The Flying Arrow auf der Fahrt von Hongkong nach Schanghai vor der Jangtsemündung etwa 15 Seemeilen von der Küste entfernt.

Öffentliche Lieblinge

Zwar hielt die Stadt nicht den Atem an (denn nur wenige ihrer Bewohner wußten, was sich an einem grauen Aprilmorgen in einem ihrer Büroräume im Zentrum tat), aber hinterher, als sie es in der Zeitung lasen, haben sich viele gute Bürger der Stadt dann gewundert.

Linientreue auf Notenlinien

Vor beinahe drei Jahren erklärte in Moskau der bekannte Komponist Schostakowitsch viele seiner bisherigen Werke als verderbliches Gift Seitdem komponiert er so, wie es der verstorbene Parteichef Shdanow in seinen Richtlinien festgelegt hat.

Das magische Bild

Sprechen wir von surrealistischer Malerei und Graphik, so sprechen wir von Max Ernst. Er hat als erster alle charakteristischen Elemente dieser Kunst selbständig erfahren, erlebt und erarbeitet und seit 1921 dem literarischen Pariser Freundeskreise der André Breton, Paul Eluard und Genossen zugeführt, aus dem unter seiner Mitwirkung 1924 das erste surrealistische Manifest hervorging.

Die Antworten auf einen großen Fragebogen

Ernst von Salomons Fragebogen seit langem (auch durch die "Zeit") angekündigt, ist soeben bei Rowohlt erschienen: der hat zunächst nur zehntausend Exemplare aufgelegt; das fast tausend Seiten starke Buch kostet 19,80 DM; dennoch haben die Buchhändler ihre Bestellungen verdoppelt.

Neue Tanzkunst In Italien

Die moderne Entwicklung des italienischen Balletts ist vor allem der schöpferischen Energie des Choreographen Aurel M. Milloss zu verdanken.

Begegnung mit Ernst Jünger 1930

Er wohnte weit im Osten der Stadt, an der Warschauer Brücke, einem Stadtteil, der vornehmlich von Arbeitern bewohnt wurde. Die Aussicht aus seinem Zimmer ging auf das Gleisgewirr der Stadt- und Reichsbahn, im Hause lärmten Kinder und es noch nach Kohl.

Atomenergie ohne Uran?

Dem früheren Prager Physiker Dr. Ronald Richter wurde vom argentinischen Staatspräsidenten Perón die höchste Auszeichnung, die Perónista-Medaille, verliehen.

Niebergalls Erbe

Das seit Niebergalls unvergeßlichem „Datterich“ zweifellos köstlichste Volksstück im hessisch-darmstädtischen Dialekt ist jetzt – ausgerechnet in Mainz, der Hauptstadt von Rheinland-Pfalz, aber in Anwesenheit vieler begeisterter Darmstädter – uraufgeführt worden: „Das kleinere Übel“ von Ludwig Berger.

Der britische Inflationsgraben

Ganz England leidet am Vorabend der großen Aufrüstung darunter, daß die neue Austerity auf die alte noch nicht abgewickelte Austerity aufgepfropft werden muß.

Günstiger Rosenthal-Export

Getreu der Messetradition von Leipzig, hat die Rosenthal-Porzellan-A.G. auf der kürzlichen Mustermesse der Deutschen Industriemesse in Hannover der Öffentlichkeit einen Einblick in das jüngste Fabrikationsprogramm ihrer neun Porzellanfabriken gegeben.

Ein Zellstoff-Jubiläum

Papierwerke Nürnberg – vor 50 Jahren begannen sie mit der Herstellung von Toilettenpapier– ihre Camelia-Erzeugnisse auf den Markt.

Im Querschnitt

Während im Jahre 1933 die deutsche Automobilindustrie 277 000 Personenkraftwagen und 80 000 Lastkraftwagen und Omnibusse produzierte und damit an dritter Stelle in der Rangliste der Länder hinter den USA und Großbritannien stand, konnten im Jahr 1945 von der westdeutschen Automobilindustrie noch nicht einmal 7000 Automobile produziert werden.

Prof. Heuss in Hannover

Die feierliche Eröffnung der diesjährigen Technischen Messe in Hannover (29. April bis 8. Mai) wird am Sonntag, dem 29. April, im Opernhaus in Anwesenheit des des Bundespräsidenten Prof.

Deutsche Wolle billiger

Die Wollpreisentwicklung auf den Weltmärkten hat sich nun auch auf die deutsche Wollbörse ausgewirkt, wie auf der Aprilauktion der Deutschen Wollverwertung West in Paderborn festgestellt werden konnte.

Hohe Selbstfinanzierungsrate

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KW) legt jetzt den Bericht über das zweite Jahr ihrer Geschäftstätigkeit vor, der sich neben der Erläuterung der Tätigkeit des Instituts im abgelaufenen Jahr eingehend mit der wirtschaftlichen Gesamtlage Westdeutschlands befaßt und überdies eine Fülle aufschlußreichen und interessanten Zahlenmaterials über die Lage der einzelnen Wirtschaftszweige, die Entwicklung der Spartätigkeit, die Investitionsrate und andere Dinge enthält.

Sind wir denn wirklich so reich?

In der letzten Woche ist wieder ein neuer Ausgabeposten zu Schaffen Haushaltsplan für 1951/52 hinzugekommen. Es handelt sich dabei um einen Betrag von mindestens 600 bis 650 Mill.

Baseler Mustermesse

Wie sehr auch die Basler Mustermesse in diesem Jahr im Zeichen der allgemeinen weltwirtschaftlichen Schwierigkeiten steht, unterstrich der Messedirektor bereits in seiner Ansprache am Pressetag.

Sicherheit im Straßenverkehr

Der Kraftverkehr hat auf den deutschen Straßennach „der Währungsumstellung einen Aufschwung genommen, der demjenigen, der die Zerstörungen kannte, die der Krieg in der Kraftfahrzeugindustrie angerichtet hatte, noch vor kurzer Zeit unwahrscheinlich erscheinen mußte.

Landschaft – ohne Fahrplan

Unsere Zeit wird zeitloser mit jedem Tag. Auf gleißenden Schienensträngen rasen wir dahin, nervös auf die Uhr schauend wenn irgendein Bahnhofsaufenthalt länger als eine Minute dauert.

Volkswagen an der Spitze

Wie in allen europäischen Ländern, so bestand auch in Holland nach dem Kriege ein erheblich angestauter Bedarf nach Kraftfahrzeugen.

Mangelware Reifen

Der Kraftverkehr hätte im letzten halben Jahrhundert nie diesen Aufschwung in der Welt nehmen können, wenn es nicht gelungen wäre, zwischen das schwere Fahrzeug und die harte Fahrbahn den elastischen Reifen einzuschieben.

Autos ohne Platz

Messen und Sonderveranstaltungen machen uns schmerzlich klar, wie wenig Platz wir in den Städten bereits für unsere Autos haben.

Was produziert das Ausland?

Die USA und Kanada besitzen die zahlenmäßig erdrückende Überlegenheit im Weltautomobilbau. Daneben sind nur noch die vier europäischen Länder England, Frankreich, Deutschland und Italien von Bedeutung.

Exportsteigerung

Die Personen wagen-Produktion der Daimler-Benz AG. betrug im März 3940 (3821) Stück, die Lastwagenerzeugung 867 (703) und die der Omnibusse 165 (102).

Wirtschaftliche Kleinlaster

Überlegungen, die zur Konstruktion von Kleinlastwagen führen, sind heute dieselben wie vor zwanzig oder dreißig Jahren: Die Kosten, die aus Steuern, Brennstoffpreisen oder anderen Ursachen für den Käufer entstehen, spielen eine ausschlaggebende Rolle.

Menschen mit Kleinwagen-Sehnsucht

Immer wieder wird in der Öffentlichkeit die Forderung nach dem Klein- und dem Kleinstwagen erhoben. Aber dieser Begriff ist stets falsch verstanden worden, denn die Käuferschicht, die die Forderung stellt, wünscht nicht den Klein- oder gar den Kleinstwagen.

Wichtiger Mitarbeiter: Zubehör

In der Automobil-Zubehör-Industrie nimmt die Robert Bosch GmbH, in Stuttgart seit einem halben Jahrhundert eine hervorragende Stellung ein.

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