Wie in allen europäischen Ländern, so bestand auch in Holland nach dem Kriege ein erheblich angestauter Bedarf nach Kraftfahrzeugen. Hätte die Devisennot des Landes nicht von Anfang an als Regulativ gewirkt, so würde wohl die amerikanische Automobilindustrie auf lange Zeit hinaus den holländischen Markt gesättigt haben. Nächst den amerikanischen Automobilen, die bereits vor dem Kriege gern in Holland gekauft wurden, waren es die englischen Kleinwagen und später die bekannten französischen Automobiltypen, wie Citroën und neuerdings der kleine Renault, die sich Hollands Straßen eroberten.

Erfreulicherweise hat das Wiederauftauchen deutscher Personenkraftwagen diese Entwicklung beinahe schlagartig unterbrochen und in der heutigen Einfuhrstatistik Hollands steht der Volkswagen weitaus an der Spitze. Mit rund 10 000 Fahrzeugen ist er der am meisten vertretene Wagen, gefolgt von Opel, Citroën, Austin, Chevrolet und – Skoda. Diese Bestands- bzw. Importsteigerung des Volkswagens vollzog sich recht überraschend, wenn man weiß, daß 1946 überhaupt kein „VW“, 1947 nur 47, im Jahre 1948 erst 1824, im Jahre 1949 aber bereits 2080 Volkswagen nach Holland ausgeführt wurden. Die Einfuhr 1949 wurde dann 1950 mit 5050 Stück mehr als verdoppelt und die holländischen Volkswagenvertretungen versichern, daß es leicht gewesen wäre, diese Zahl zu verdreifachen oder sogar zu vervierfachen, wenn die holländische Regierung nicht ihre Einfuhrlizenzen von ihrem jeweiligen Außenhandelsguthaben abhängig machen würde.

Eine nicht weniger interessante Feststellung ist, gegenüber dem Ansteigen der deutschen Automobileinfuhr in Holland, das Absinken der Einfuhren anderer Marken. Besonders stark ist dies bei den großen amerikanischen Wagen erkennbar: während der gern gefahrene Chevrolet 1947 noch mit 2850 Stück in Holland verkauft wurde, sank seine Einfuhr 1950 auf 858 Stück ab. Beim Buick lauten die entsprechenden Zahlen: 609 gegen 44. Ähnlich liegen die Verhältnisse bei den meisten englischen Personenwagen. Noch in den Jahren 1948 und 1949 beherrschten sie in Holland den Markt. Die stärkste Konkurrenz für den Volks wagen ist jedoch nicht etwa der kleine Renault (1027 Stück), sondern der tschechische Skoda, der außerordentlich billig angeboten wird, qualitativ dem Volkswagen nicht bedrohlich werden kann, aber doch eine Einfuhr von 2777 Stück erreichte.

Die Reihenfolge der Einfuhren im Jahre 1950 ist besonders aufschlußreich, weil nach den Hauptmarken – Volkswagen, Opel, Skoda, Ford-Taunus – die nächsten Typen erst in sehr großem Abstand in Erscheinung treten. Das beweist, daß in Holland ebenfalls eine natürliche Auslese erfolgt, deren Geheimnis letztlich der Kundendienst und die Möglichkeit der Ersatzteillagerung ist. C. O. W.