In der Automobil-Zubehör-Industrie nimmt die Robert Bosch GmbH, in Stuttgart seit einem halben Jahrhundert eine hervorragende Stellung ein. Der Gründer dieser Gesellschaft, Robert Bosch, er starb 1942, war ein Pionier des industrielle Fortschritts. Schon 1894 hatte er den Neunstundentag und 1906 den achtstündigen Arbeitstag eingeführt. Seine Sorge galt aber nicht nur der Verbesserung der Lebens- und, Arbeitsverhältnisse im eigenen Betrieb, sie galt auch der Förderung von Einrichtungen zum Wohle der Allgemeinheit, z. B. auf dem Gebiet der Heilkunde und Gesundheitspflege (Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart) oder der Erschließung neuer Verkehrswege (Neckarkanal).

Aus einer kleinen Werkstatt für feinmechanische und elektrotechnische Arbeiten, die Bosch 1886 eröffnete, wuchs eine Weltfirma. Bald nahm er die Produktion von Magnetzündern für Gasolin-Motoren auf. Das Jahr 1902 brachte den Beginn des modernen Zündsystems für Otto-Motoren durch die Konstruktion des Bosch-Hochspannungsmagnetzünders und wurde zum ersten Markstein in der Geschichte des Hauses (Bosch. In den Jahren 1909 bis 1914 wurden Schmierpumpen, Anlasser und Scheinwerfer in das Fertigungsprogramm aufgenommen. 1927 aber begann man bei Bosch, von der Bedeutung des Einspritzproblems überzeugt, mit der Erprobung der ersten Diesel-Einspritzausrüstung im Kraftfahrzeugmotor.

Als die Firma die Fertigung von Einspritzpumpen begann, hatte man in der Schmierpumpen-Fabrikation bereits gewisse Erfahrungen zur Herstellung feinstgepaßter ineinandergleitender Teile gewonnen. Die verbesserten Fertigungseinrichtungen gestatteten bald, alle Arbeitsgänge durch Feinstbearbeitungsmaschinen halbautomatisch auszuführen. Heute kann man bei Bosch mit Genugtuung feststellen, daß die 1927 zugrunde gelegte Konstruktion für eine Massenfertigung von Einspritzpumpen, Düsen und Zubehör von keiner besseren übertroffen wurde. Aus der Güte und Zweckmäßigkeit dieser Erzeugnisse ergab sich eine enge, fruchtbare Zusammenarbeit mit fast allen bekannten Motorenfabriken des In- und Auslandes.

Unter äußerst schwierigen Verhältnissen gelang, es nach Ende des zweiten Weltkrieges, die zum großen Teil zerstörten Werkanlagen aufzubauen. Heute sind die Fertigungseinrichtungen voll ausgenutzt und geben einer Belegschaft von etwa 16 000 Arbeitern, und Angestellten Beschäftigung. Der Aufschwung der Kraftfahrzeug-Industrie brachte auch für Bosch eine Zunahme der Produktion. Bemühungen, das früher sehr umfangreiche Exportgeschäft zu fördern, hatten ebenfalls Erfolg.

Schon frühzeitig hatte man bei Bosch die Notwendigkeit für eine rasche und fachmännische Hilfe bei der Instandhaltung und Instandsetzung von Bosch-Erzeugnissen anerkannt. Dazu dienen die Bosch-Dienste, die mit ihrer mustergültigen Einrichtung in einem weitverbreiteten Netz jedem Kraftfahrer zur Verfügung stehen.

Das derzeitige Fabrikationsprogramm umfaßt die gesamte elektrische Ausrüstung für Motorfahrzeuge, die Einspritzausrüstung für Dieselmotoren, Druckluft, und Vakuum-Bremsen, Schmierpumpen, Radlicht, Elektro-Universal- und Hochfrequenz-Werkzeuge, Kühlschränke, Kondensatoren, Radio-Zubehörteile sowie Gußteile und Preßstoff-Erzeugnisse. Neu aufgenommen wurde in letzter Zeit die Herstellung des Bosch-Schallwäschers, eines praktischen und billigen elektrischen Waschgeräts für die Hausfrau, bei dessen Konstruktion das schon seit 1921 bekannte Boschhorn Pate gestanden hat.

Den Entwicklungsarbeiten wird von jeher besondere Bedeutung beigemessen. Unter den Neu- und Weiterentwicklungen sind hervorzuheben: Schwunglicht-Magnetzünder mit größerer Leistung für kleine Zweitaktmotoren, Blinkanlagen mit thermischem Blinkgeber als Ersatz für Winker, das Starktonhorn, Wagenheizer für Omnibusse sowie eine Reihe von Neuheiten auf dem Gebiet der Druckluft-Bremsen. Besonders interessant sind der Druckluft-Wischer, der Druckluft-Pendelwinker und der Warm-Druckanzeiger, die zur weiteren Vervollkommnung der Lastwagenausrüstung und für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer geschaffen worden sind. Er.