Es war hoher Mittag, als die Männer den weißen Häuserblock erreichten. Der Blonde trug links einen Eimer, in dem trockene Lederlappen springen, und stützte rechts das schmale Ende der Leiter, die der Dunkle weit vor ihm auf der Schulter schleppte. Sie sprachen nicht. Die Sonne glühte.

An der Eckkneipe machten sie halt. Sie baten den Wirt um Wasser, tranken zwei Bier und sahen schläfrig zu, wie die Lappen im Eimer weich und schwarz wurden. Dann stießen sie sich von der Theke ab. Sie bogen jetzt in die Straße ein, die an den Mietskasernen hinführte und an der ein Schild „Unbefugten verboten“ stand.

Sie stapften auf ein grünes Karree. Sie balancierten die Leiter in der Luft herum, bis sie zitternd an die Mauer fiel. „Wer zuerst?“ fragte der Blonde. „Mir egal“, meinte der andere. Sie knobelten schnell und gewohnheitsmäßig. „Du putzt“, lachte der Dunkle. Der Blonde zuckte die Achseln und stieg los.

Eine Frau schickte Locktöne aus dem Parterre. Sie krümelte Brot über die Begonien, und Spatzen eröffneten auf dem Rasen ihr leichtes Karussell. Die Sonne brannte stärker. Der Dunkle fühlte, wie sie das feuchte Hemd versengte, und nahm auf einer Sprosse Platz. Er schloß die Augen.

*

Und dies war der erste Stock. Hinter der trüben Scheibe saß ein Mann am Flügel und starrte Notenblätter an. Der Dicke neben ihm hielt die Tuba wie ein Füllhorn auf dem Knie. Beide sahen sehr verdrossen aus. Unvermittelt hob der Pianist sein Hinterteil und ließ die Hände über die Tasten schweben. Sein Kopf nickte dreimal. Der Dicke setzte das blitzende Ding an die Lippen und wurde krebsig. „Himmel“, sagte der Fensterputzer und floh vor dem Tubaton.

Im zweiten Stock sah er ein Schlafzimmer. Ein Kerl lag angezogen auf dem Eisenbett, den Kopf ins löchrige Plumeau vergraben. Auf der Schwelle stand ein Kind, das einen Schulranzen trug und offenbar nicht wußte, ob es wieder gehen sollte. Jetzt fühlte die Frau den Schatten. Sie kam vom Waschbecken her durchs Zimmer gerannt und faßte nach der Gardinenschnur. Sie zeigte dem Fensterputzer ganz nahe ihr nasses Gesicht. „Entschuldigen Sie“, sagte er und stieg weiter.