DIE ZEIT

Den Frieden den sie meinen...

Zwei neue deutsche Wochenzeitungen haben das Zwielicht dieser Welt erblickt: Die Deutsche Woche im Süden und der Deutsche Beobachter im Norden der Bundesrepublik.

Zivilisten oder Hiwis?

Um etwa 100 000 Deutsche ist ein Streit entbrannt. Es geht um die Angehörigen der Deutschen Dienst-Organisationen bei den Besatzungsmächten.

Spielbankfieber

Schon einmal hatte der Spielteufel manche bayerische Gemeinde in Fron. Das war um die Jahrhundertwende, als in den kleinen Städten und in idyllischen Marktflecken eine Spielseuche grassierte, die vielen Ehefrauen und Seelsorgern argen Kummer bereitete.

Der Fall Kemritz

An der Außenwand des Amerika-Hauses in Hamburg waren kürzlich die wichtigsten Grundrechte, wie sie die UNO als Maximen für die zivilisierte Welt formuliert hat, in großen Kästen ausgestellt.

Ungewisses Frankreich

Frankreich hat gewählt. Noch nie haben französische Wahlen eine so große internationale Anteilnahme erweckt; noch nie hat man von ihnen einen so großen Einfluß auf die außenpolitische Orientierung des Landes erwartet.

Risse im Block

Lübeck hatte einen großen Tag. Die Mitglieder des Deutschen Blocks waren zu einer höchst internen Versammlung geladen. Schriftliche persönliche Einladung war Vorbedingung.

Ein Du dem Kanzler!

zufrieden. Der erste große Staatsbesuch seines Kanzlers und seines Außenministers in Rom ist glücklich überstanden. Alle auch noch so glatten Stellen des diplomatischen Parketts sind siegreich überwunden.

DIE WOCHE

In Korea hat sich der Widerstand der Nordkoreaner und Rot Chinesen erneut versteift. Der Schwerpunkt der kommunistischen Verteidigung befindet sich weiterhin an der Ostfront.

Böcklers Erbe

Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte. Wenn aber drei sich streiten? Wer freut sich dann? – Der Bundesausschuß des DGB hatden 1.

Was will Papagos wirklich?

Als der 68jährige Feldmarschall Alexander Papagos kürzlich als Oberbefehlshaber der griechischen Wehrmacht zurücktrat, da begab sich der Botschafter der Vereinigten Staaten, John E.

Die letzten Königsberger kamen...

In der Bundesrepublik sind kleine Gruppen von Ostpreußen eingetroffen, die nach Kriegsende in ihrer Heimat geblieben waren und später nach Litauen flüchteten.

Wer boykottiert wen?

Soeben haben die Alliierten Vorschläge zur schärferen Kontrolle des Handels in den deutschen Feihäfen ausgearbeitet. Die Vorschlage, die zahlreiche neue Erschwerungen für den Verkehr mit sich bringen, werden im Einzelnen noch diskutiert.

Notizen

In Anwesenheit von Bundespräsident Heuss wurden die fünften Ruhrfestspiele in Recklinghausen. von dem stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Mathias Foecher eröffnet.

Bonn und die böse Fama vom Luxus

Die Bundesregierung und das Bundesparlament hatten von Anfang an unter der bösen Fama zu leiden. Man gehe dort, so hieß es, nicht sorgfältig genug mit den Steuergeldern um, die Verlegung der Zentralbehörden von Frankfurt nach Bonn habe viele Millionen gekostet, die man lieber für einen besseren Zweck hätte verwenden sollen.

„Die begnadete Angst“

Georges Bernanos, der machtvolle Streiter gegen die Dämonen des Bösen „unter der Sonne Satans“ und wortgewaltige Pamphletist, der sich einsetzte für Ehre und Würde des Menschen und sich auflehnte gegen jegliche Form von Dummheit und seelischer Kälte, hinterließ als letztes Werk die 1947/48 entstandenen Dialogues des Carmelites (deutsch von Eckart Peterich), eine Schilderung der Leidenszeit jener Karmeliterinnen von Compiègne, die in der französischen Revolution als letzte durch die Guillotine starben.

Ein sensationelles Urteil in den USA

Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat dieser Tage das Schwurgerichtsurteil bestätigt, durch das am 14. Oktober 1949 elf führende Kommunisten zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden waren.

Die preisgekrönten Filme in Berlin

Mit dem gewichtigen Begriff „Internationale Film-Festspiele“ hatte man das Verlangen auf Höhen geschraubt, die eigentlich in Berlin, in dieser Stadt, in der es so viel Kummer, Mangel, Sorgen gibt, am allerwenigsten zu erreichen waren.

Huck und die Forelle

Ging ich da so bei Föhn am See entlang und besah mir die Alpenkette. Der Blick wanderte von links nach rechts und zurück und blieb schließlich in den Allgäuern hängen.

Lufthiebe gegen einen Unpolitischen

Gallimard in Paris bringt im nächsten Monat die französische Übersetzung von Ernst v. Salomons „Fragebogen“ in einer Auflage von 100 000 Exemplaren heraus; bei Putnam in London und bei Doubleday in New York geht die englische Übersetzung in Druck.

Verdächtige Einigung

Den „größten Skandal der deutschen Fußballgeschichte“ nannte eine deutsche Zeitung die Beschuldigungen, die Deutschlands traditionsreichster Sportverein, der 1.

Schlußlichter

Laßt euch nicht als Schlußlicht mißbrauchen“, rief Helmuth Thielicke, der Rektor der Universität Tübingen, vor einigen Tagen seinen Studenten zu.

Oper vom Broadway

Derselbe Menotti, der in seinem „Konsul“ immerhin ein erregendes menschliches Problem unserer Zeit angesprochen und andererseits die geistvolle Opernparodie „Amelia geht zum Ball“ geschrieben hat, zeichnet als Komponist und Librettist der 1946 entstandenen musikalischen Tragödie „Das Medium die jetzt in Kiel ihre deutsche Erstaufführung erlebte.

Der Mensch nach dem Tode Gottes

Mich hat die Tatsache interessiert, daß die religiöse Ideologie während der Reformation bei allen reformatorischen Sekten mit sozialen.

Sartres Götz von Berlichingen

Paris, im Juni Nach einer Pause von über drei Jahren wieder das erste Bühnenwerk Jean-Paul Sartres, die meisterwartete Premiere der Pariser Spielzeit: „Le Diable et la Bon Dieu“ (Der Teufel und der liebe Gott) im Théâtre Antoine.

Haydns „Orpheus“

Das interessanteste Ereignis der Musikfestwochen in Florenz war die Uraufführung der Haydn-Oper „Orpheus und Eurydice“. „Die Seele des Philosophen“ heißt der Untertitel.

Sonderrecht der Zwangsversicherung?

Das vom Bundestag am 8. März beschlossene Rentenumstellungsgesetz zugunsten einer stufenweisen Aufbesserung der Privatrenten, dessen Staffel (bis 70 RM Umstellung 1:1, zwischen 70 und 100 RM 2:1 und über 100 RM 10:1) in denmeisten Fällen den Mitgliedern von Pensionskassen zugute kommt, ist nun endlich verkündet und in Kraft gesetzt worden.

Westdeutschlands neue Einfuhrordnung

Kein Land kann die Ordnung, in deren Rahmen sich sein Außenhandel zu bewegen hat, völlig autonom gestalten, Immer sind die Wünsche der Partnerländer zu berücksichtigen.

Kleiderpreis von morgen

Auf der Vorstandssitzung des Bundesverbandes der Bekleidungsindustrie schätzte Präsident Dr. Becker die Kleiderpreiserhöhung für die kommende Wintersaison auf durchschnittlich 15 v.

Schäffer-Toto

Mittels einer neuartigen Anleiheform, den Prämien-Schatzanweisungen, will das Bundesfinanzministerium 50 Mill. DM für den Bau von Handelsschiffen, den Wohnungsbau, die Wiederherstellung von Brücken sowie den Ausbau von Straßen und Kanälen aufbringen.

Kohleförderung rückläufig

Im Mai wurden in Westdeutschland 9,37 Mill. t Steinkohle gefördert. Gegenüber April bedeutet das einen Rückgang um 630 000 t.

Streitobjekt Kohle

Die fünfte Tarifkündigung seit der Währungsreform im Steinkohlenbergbau und Forderung nach Lohnerhöhung um 14 v. H. drohte sich zum Streik auszuwachsen, als die Vorschläge der Zechen und der Deutschen Kohlenbergbauleitung, 4 1/2 v.

Energiegesetz wird notwendig

Zwei Spitzenwerke der deutschen Energiewirtschaft haben in den letzten Wochen ihre Jahresberichte vorgelegt und in den Hauptversammlungen zu aktuellen Fragen der Elektrizität Stellung genommen.

„Lerne weiter“ – sagt Waldhof

Die Auswahl und Ausbildung des Nachwuchses ist eine Frage von zentraler Bedeutung für die gesamte Volkswirtschaft, Der nachfolgende Aufsatz behandelt das sogenannte „Lerne-weiter“-Programm, das die Zellstofffabrik Waldhof zur Weiterbildung ihrer Belegschaft im allgemeinen und des Nachwuchses im besonderen ausgearbeitet hat.

Neuerscheinungen für die Wirtschaft

Eine interessante Abhandlung über die Beeinflussung der wirtschaftlichen Struktur, durch staatliche Maßnahmen in den USA und in Deutschland erschien im Franz-Nowack-Verlag, Hann.

„Ein Ja dem Leben“

Bereits seit Monaten ist das Deutsche Gesundheitsmuseum in Köln mit den Vorarbeiten für die vom 23. Juni bis 12. August in den Kölner Messehallen stattfindende „Große Gesundheits-Ausstellung“ beschäftigt.

Städtehygiene

Angesichts der allgemeinen Geldknappheit der Gemeinden, der Lohnerhöhungen und Preissteigerungen sah sich der Verband Städtischer Fuhrparkbetriebe auf seiner Jahrestagung in Stuttgart in erster Linie vor die Aufgabe gestellt, neue Wege der Rationalisierung und einer wirtschaftlichen Organisation zu suchen.

Berufswahl und Temperament

Der Übergang unserer Jugend von der Schule in das berufliche Leben vollzieht sich mit Ausnahme der Berufe, die eine Fach- und Hochschulausbildung zur Voraussetzung haben, in einem Lebensalter, wo die Persönlichkeit des jungen Menschen noch völlig unausgeprägt ist.

Viele Bewerber sind gehemmt

Es gibt eine Psychologie der Bewerbung; jeder, der einmal eine Bewerbung geschrieben hat, weiß: dies ist ein seelisch außergewöhnlicher Augenblick.

Der Nachwuchs muß sorgfältig betreut werden

Das Wort „Unsere Jugend ist unsere Zukunft“ ist in der Vergangenheit häufig mißbraucht worden. In ihm liegt aber so viel Wahrheit, daß eine jegliche Organisation, sei es im staatlichen, privaten Leben oder in der Wirtschaft, sich mit ihm befassen sollte.

Bessere Ausbildung für die Frauen

Die Frau als Arbeitnehmer ist aus dem wirtschaftlichen Gefüge eines modernen Staates nicht mehr fortzudenken. Zahlreiche Tätigkeiten in den Fabriken, Werkstätten, Büros und Verwaltungen bedürfen ihrer Handgeschicklichkeit, ihrer Anpassungsfähigkeit, ihres sozialen Sinnes, ihres Geschmacks.

Zieht es die Jungen zur Gewerkschaft?

Die Frage, wo die moderne Jugend ihren Lebenskreis findet, in dem sie willig mitdenkt und -fühlt, ist in unserer jungen Demokratie von eminenter Bedeutung.

Wie ich es mir vorstelle

Junger versierter Kaufmann, bis zu dreißig Jahren mit fließenden im Ausland erworbenen englischen, französischen und spanischen Sprachkenntnissen gesucht.

Weder Flugblatt noch Tageszeitung

In den USA gibt es nahezu 6000 Werkzeitschriften mit einer Gesamtauflage von mehr als 50 Mill. Exemplaren. Von dem einfachen, auf Abzugspapier vervielfältigten Mitteilungsblatt bis zur hervorragenden in Mehrfarbendruck aufgemachten Zeitschrift gehören sie zum festen Bestand der amerikanischen Presse.

Nur Lehrer sind noch gesucht

Sind Sie Arzt?“ wurde ein junger Mann von einer modern denkenden Dame gefragt. Und als er ihre Frage bejahte, meinte sie: „Das ist aber eine reizende Nebenbeschäftigung.

Gebt uns eine Chance!

Diese ständig wiederholte Forderung des Reichsbundes der Kriegs- und Zivilbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen ist Bitte und Mahnung zugleich.

Vorbildliche Pestalozzidörfer

Bei dem heftigen Kampf, den wir heute um die Erhaltung seelischer Werte führen, bedeutet jede Massenunterbringung von Jugendlichen einen Schritt weiter zum Kollektiv Offenbar wird dies immer noch nicht klar genug erkannt, denn noch immer werden in großer Zahl Jugendwohnheime geplant und gebaut, während inzwischen schon mit Erfolg gezeigt worden ist, daß Familienerziehung für elternlose Jugendliche möglich ist, ohne daß sie in fremden Familien leben.

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