Zur Zeit des Oktoberfestes versammelte sich in München der Deutsche Brauerbund, der erst kürzlich Mitglied der European Brewery Convention geworden ist, zu seiner zweiten Tagung nach dem Kriege. Über 2000 Brauer aus dem Bundesgebiet und dem Ausland nahmen daran teil.

Hans Pfülf (Pschorrbräu, München), der Präsident des Deutschen Brauerbundes, hatte eingangs darauf hingewiesen, daß die diesjährige Münchner Tagung die erste Demonstration der Brauwirtschaft nach Wiedergewinnung leidlich stabiler Verhältnisse sei. Diese. Feststellung darf freilich nicht darüber hinwegtäuschen, daß unsere Brauindustrie ihre Kapazität erst zu 60 v. H. ausnutzt und im Absatz erst bei etwa 60 v. H. der Vorkriegszeit liegt. Dazu ist der Bierpreis seit 1949 trotz der allgemeinen Preissteigerung gleichgeblieben. Die Absatzsteigerung, als Folge der im Herbst vorigen Jahres erfolgten Biersteuersenkung, vermochte keinen Ausgleich zu geben. Ein noch größeres Sorgenkind für die Brauereien stellt die Wettbewerbsregelung dar. In den USA, in Österreich, Italien und der Schweiz fand man den Weg zu einem fairen Konkurrenzkampf, während in Deutschland die volle Wettbewerbsfreiheit eine „Hektoliterjagd“ entfesselte. Einige Genugtuung empfanden die Brauer bei der Feststellung ihres Präsidenten, daß die diesjährige größere Hopfenernte wieder geordnete Verhältnisse geschaffen hat und die Braugerstenernte gut ausgefallen ist.

Bundesernährungsminister Prof. Niklas erklärte zur Wettbewerbsordnung, daß der Zeitpunkt noch nicht gekommen sei, um bestimmte Zusagen zu machen. Der Minister benutzte die Anwesenheit der vielen ausländischen Brauwirtschaftler, um sich für die „Grüne Europa-Union“ auszusprechen, wies aber darauf hin, daß sie wegen der Verkoppelung mit den Weltmarktpreisen auch eine Gefahr in sich berge. -ld

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Der I’iichverband der Mineralwasserindustrie hat seinen Sitz von Detmold nach Bonn, Am Hofgarten 16, verlegt.