Im Institut für Lebenskunde zu Mailand, dassich zur Aufgabe gemacht hat, älteren Menschen durch wissenschaftliche Erkenntnisse zu helfen, kommt ein Brief an: „Ich bin 65 Jahre alt, ich fühle mich gesund und trotzdem voller Gebrechen. Ich bin verheiratet, habe Kinder, aber ich lebe allein und erwarte nichts mehr vom Leben. Ich biete es Ihnen daher für Ihre Forschungen an.“ Und da liegt schon das Problem!

Es ist das Problem des Alters. Immer wieder wird es vergessen. In den Archiven unserer Zivilisation verstaubt, was sich in wenigen Zeilen des schwermütigen Schreibers offenbart hat. Diesem alten Mann mußte man erst klarmachen, daß man ja nicht nach Experimentierobjekten suche, sondern lediglich nach wissenschaftlichen Mitteln, um ihn, wie noch viele andere alte Leute aus ihren traurigen Lebensverhältnissen herauszureißen.

Das Problem begann mit der Erkenntnis: das Leben der Menschen verlängert sich! In den USA zum Beispiel gibt es dazu folgende Zahlen:

Im Jahre 1900 über 65 Jahre alte Personen: 3 099 500

Im Jahre 1940 über 65 Jahre alte Personen: 8 021 000

Im Jahre 1349 über 65 Jahre alte Personen: 11 270 000

Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung war eine ansteigende Kurve von 4,1 v. H. auf 6,8 und sogar 7,6 v. H. zu beobachten. Das Durchschnittsalter des Menschen, das 1900 bei 49 Jahren lag, hatte sich 1940 bereits auf 63 Jahre verlagert.