Aus dem Nichts eine Strumpffabrik ins Leben zu rufen, die heute mit 1100 Beschäftigten das größte Unternehmen dieser Branche in Westdeutschland ist, war eine Leistung, die immer wieder neue Anerkennung verdient. Sie gebührt dem 37jährigen Fabrikanten Hans Thierfelder; er gab damit dem Gedanken der privaten Unternehmerinitiative ein vorbildliches Bespiel.

Seine Strumpffabrik. war einst ein führendes Unternehmen in Auerbach im Erzgebirge, von wo aus viele erfolgreiche Exportverbindungen nach allen Teilen der Welt bestanden. Das Jahr 1945 aber brachte dann nicht nur einen endgültigen Schlußstrich für den Strumpfexport, es ließ auch die Produktionsstätten in Verlust geraten. Damit fand sich Hans Thierfelder jedoch nicht ab. Im Dezember gründete er in dem württembergischen Städtchen Backnang die Arwa-Feinstrumpfwirkerei GmbH. Robert Wieland. Und schon wenige Tage später konnten in Bremen die ersten USA-Cotton-Maschinen ausgeladen werden. Sie waren die Basis, in Backnang ein neues Strumpf Zentrum für Westdeutschland zu schaffen. Das Unternehmen fabriziert heute Damenstrümpfe in Kunstseide, reiner Seide und Perlon mit einer Gesamtmonatsproduktion von einer halben Million Paar. Wie groß dafür der Garnverbrauch sein muß, ist für den Laien unvorstellbar, denn schon für ein Perlon-Strumpfpaar wird ein Faden von 600 Meter Länge verarbeitet.

Längst sind die Fabrikräume in dem reizvollen württembergischen Städtchen unzulänglich geworden. Aber die Planung hat vorgesorgt: in der,. Nähe von Backnang, bei Unterrot, entstand ein neues Strumpfdorf, das bald das Gesamtunternehmen beherbergen soll. Eine 220 Meter lange Werkhalle dient schon der Produktion; ein zweiter Bau steht vor der Vollendung. Hinzu kommt die Errichtung einer eigenen Siedlung von zunächst 15 Häusern. Zehn weitere befinden sich in der Planung. Sie sind für die Spezialkräfte bestimmt, die in der Hauptsache aus dem Erzgebirge stammen. Der Prozentsatz der aus den anderen uns amputierten Gebietsteilen kommenden Vertriebenen ist ebenfalls sehr groß. Die Fürsorge für die Mitarbeiter darf als ein Ausdruck dafür gelten, daß hier zwischen Geschäftsleitung und Belegschaft ein starkes menschliches Verhältnis besteht; man kann von einer wirklichen Arbeitsgemeinschaft sprechen. Sie ist gewiß auch die Grundlage für das Bestreben, in Backnang und Unterrot nur nach modernsten Gesichtspunkten zu fabrizieren. Das gilt selbst für den Kundinnendienst: mit Dankbarkeit wurde es im In- und Auslande vermerkt, daß erstmalig bei den Erzeugnissen dieser Firma die Länge der Strümpfe schon auf der Packung vermerkt ist. Und das erspart sicher manchen Ärger... -zke.