Das Schicksal der deutschen Auslands vermögen beschäftigt die Öffentlichkeit seit Monaten in steigendem Maße – insbesondere seit Erlaß des Gesetzes Nr. 63 der Alliierten Hochkommission, das die durchgeführten und noch vorzunehmenden Liquidationen deutscher Werte legalisiert, so daß offiziell keine Möglichkeit mehr besteht, Vermögen gegen Schulden aufzurechnen. Zu diesem Zeitpunkt kommt eine Veröffentlichung des Bundesjustizministeriums besonders gelegen, die in einem umfangreichen Bande („Deutsches Vermögen im Ausland“, Verlag des Bundesanzeigers, Köln, 480 S.) alle internationalen Vereinbarungen seit 1939 und die ausländische Gesetzgebung über das deutsche staatliche und private Auslandseigentum zusammenfaßt. Sowohl im Abschnitt A – internationale Abkommen – wie im Teil B – die einzelstaatlichen ausländischen Gesetze in 37 Ländern – ist dem Wortlaut der Gesetze, Verfügungen und Verlautbarungen eine Übersicht der erlassenen Vorschriften vorangestellt. Im Anhang befindet sich eine Liste der ausländischen Feindvermögensverwaltungen sowie ein Anschriftenverzeichnis der deutschen Vertretungen im Ausland. Dieses Werk, das nur die ausländische Gesetzgebung enthält, soll durch einen in Vorbereitung befindlichen Nachtragsband ergänzt werden, der u. a. die in Deutschland ergangenen Vorschriften, also vor allem Kontrollratsgesetz Nr. 5 und Gesetz Nr. 63, enthalten dürfte. Im Hinblick auf die wahrscheinlich im November stattfindende allgemeine Schuldenkonferenz in London beansprucht diese Veröffentlichung besonderes Interesse; sie dürfte dazu beitragen, alle noch vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen, um für unsere Auslandswerte zu kämpfen.

Außerdem erscheint soeben unter dem Titel „Deutsche Auslandschulden“ bei C. W. Niemeyer in Hameln eine Zusammenstellung der Dokumente zu den internationalen Verhandlungen vom Oktober 1950 bis Juli 1951. Herausgeber sind das Auswärtige Amt sowie die Bundesministerien für Finanzen, für Wirtschaft und für den Marshall-Plan. In dem Buch sind neben den bisher unveröffentlichten Protokollen der Londoner Vorkonferenz im Juli und dem Bericht des Technischen Ausschusses die von der deutschen Delegation überreichten Tabellen über die öffentliche und private Verschuldung Deutschlands enthalten. Die Schrift bringt also das neueste verfügbare Zahlenmaterial über die Auslandsvermögen und bildet damit eine wertvolle Ergänzung zu dem obigen Band. yd