Der 6. Oktober 1951 wird in der Geschichte des Wolfsburger Volkswagenwerkes mit besonders großen Lettern verzeichnet werden, ist er doch die Geburtsstunde des 250 000. VW, der in der Nachkriegszeit das flinke Fließband verließ. Es ist verständlich, daß dieser Tag Anlaß zu einer besonderen Feier ist und daß Generaldirektor Dr. Nordhoff über die künftige Entwicklung der deutschen Automobilindustrie, ihre Inlands- und Auslands-Chancen sehr aktuelle Ausführungen zu machen hat.

In Deutschland und in allen Teilen der Welt sind die aus Wolfsburg kommenden Wagen ein Zeugnis bester deutscher Qualitätsarbeit. Und nur aus diesem Grunde trifft man den VW heute auf allen Straßen Europas und auf vielen Straßen in Übersee. Daher wirkt dieser populäre deutsche Wagen zumindest im europäischen Ausland längst als eine Selbstverständlichkeit. Wenn man mit ihm z. B. auf den Straßen Frankreichs rollt und to der Côte d’Azur buchstäblich eine fliegende Automobilausstellung aller Modelle der Welt vorfindet, so wird auch der VW eine große Anzahl von Brüdern mit den verschiedensten internationalen Kennzeichen treffen. Dabei kann man dann die interessante und doch so wertvolle Feststellung machen, daß sich unter den Fahrern so etwas wie eine VW-Kameradschaft herausgebildet hat. Aber auch an einsameren Stellen des Auslandes erweckt dieses deutsche Erzeugnis große Aufmerksamkeit: Selbst in den kleinsten Dörfern der französischen Provence hat man längst von ihm gehört, umsteht ihn neugierig und wirft gern einen Blick in seine Eingeweide.

In der Schweiz liegt er seit langem an erster Stelle. Heute laufen über 11 000 VW in diesem kleinen Land, aber immer noch können die Lieferungen der großen Nachfrage nicht gerecht werden. Ähnlich sind die Verhältnisse in Schweden. Dort fahren 13 000 Autobesitzer dieses populäre deutsche Fahrzeug. 1950 wurden 7827 VW nach Schweden ausgeführt; in den ersten sieben Monaten dieses Jahres hat die Zahl bereits 6000 Stück erreicht. Damit liegt der VW ebenfalls im schwedischen Autoimport auf dem ersten Platz. Auch hier machen sich die langen Lieferfristen unangenehm bemerkbar. Sie fördern sogar den „Schwarzhandel“; denn für einen VW werden heute in Schweden „unter der Hand“ 9000 bis 10 000 Kronen geboten...

Zu den neuen Märkten des Wolfsburger Werkes gehört Südafrika. Man exportiert Einzelteile und montiert die Fahrzeuge in Port Elizabeth. Günstige Lieferverträge konnte das Werk ferner mit Nord- und Südrhodesien abschließen. Man darf überzeugt sein, daß dieser Markt, der für deutsche Waren stets aufgeschlossen war, den VW als deutsches Qualitätserzeugnis in großen Mengen aufnehmen und unserer Devisenbilanz einen weiteren erfreulichen Aufwärtstrend geben wird.