In einer Zeit, in der 3500 Geschäfte des Photo Handels im Bundesgebiet aus Protest gegen idie geplante Aufwandsteuer ihre Auslagen für einige Tage aus dem Fenster räumten und durch Öas Plakat "Soll Photographieren bestraft werden?" ersetzten, beging eine der bekanntesten Firmen der 250 000 Menschen beschäftigenden deutschen Photo Industrie, die Stuttgarter Zeißam 1. Oktober 1926 von der Carl Zeiß Stiftung ins Leben gerufen, um die Kamerawerke der Ica AG, der Heinrich Ernemarm AG, Dresden, der C. P. Goerz AG, Berlin, und der Contessa Nettel AG in Stuttgart zusammenzufassen. Diesem Konzern traten noch die AG. Hahn für Optik und Mechanik in Kassel und die photochemischen Werke Goerz in Berlin bei. Der Krieg ließ von diesem (Besitz nur das Stuttgarter Co ntessa Werk übrig, das Bombenregen, Enteignungen und Demontagen überlebte. Es wurde zur Grundlage eines schrittweisen Wiederaufbaus, der in BerlinFriedenau wieder ein Goerz Werk und in Kiel auf altem Marinegeläade ein Ernemann Werk schuf. Während Stuttgart die bekannten Spitzenkameras Contessa und Contax herausbringt, Berlin neben zwei Kameramodellen Sicherheitsschlösser, Beleuchtiungslampen Silberspiegelreflektoren und ärztliche Instrumente fabriziert, befaßt sich Kiel mit der Produktion von Tonbildprojektoren nach dem Ernemann BildtonSystem. Die Verbindung zu Dresden und Jena ist so gut wie abgerissen Über den Gebrauch von Schutzmarken und Firmenbezeichnungen schweben sogar Prozesse. Da der Sitz der Firma nach Stuttgart verlegt wurde, steht man hier auf dem Standpunkt, daß der Gebrauch des berühmten Namens durch die "volkseigenen" Zeißglieder widerrechtlich erfolgt Der Export ist bei steigender Auslandsnachfrage nach den hochwertigen Präziskmskameras befriedigend kgst.