Kölns Messe- und Ausstellungsjahr brachte eine Fülle wichtiger Marktveranstaltungen, die nicht nur Kölns Ruf als zentrale Einkaufsmesse bestätigten, sondern vor allem zeigten, wie umfangreich die Anstrengungen der gesamten Wirtschaft seit 1948 gewesen sind, um die allgemeine Konsolidierung innerhalb der Wirtschaft voranzutreiben. Wie stark auch immer die konjunkturellen Schwankungen sein mögen, die gerade in diesem Jahr jede Messe noch interessanter als sonst machten: auf die Kölner Messe wird man auch fürderhin nicht verzichten können.

Wenn daher die vom Hauptverband des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels ausgerichtete „Allgemeine Nahrungs- und Genußmittelausstellung“ (ANUGA) nach vierzehnjähriger Unterbrechung vom 6. bis 14. Oktober in Köln stattfindet, so entspricht dies im Grunde einem für die Kölner Messe fast natürlichen Gesetz. So sehr auch im äußeren Bild das Ausstellungselement überwiegt, im Kern ist die ANUGA trotzdem eine Fachmesse. Ob dazu allerdings jener „optische“ Aufwand, für den viele Ausstellerfirmen und Verbände „keine Kosten und Mühen scheuten“ notwendig war, ist eine Frage, die zu stellen wohl auch der Verbraucher Grund hat, da er oft und viel von einer preissenkenden Rationalisierung des Handelsweges hört. Den spärlichen Gewinnen der „sozial kalkulierten Artikel“, an denen neben dem Handel auch Landwirtschaft und Ernährungsindustrie kaum etwas verdienen, kann die ANUGA ihre Größe (1500 Aussteller des gesamten Ernährungsgebietes auf 52 000 qm) und vollendete Aufbautechnik sicher nicht verdanken.

Das wirtschaftspolitische Schwergewicht der Ausstellung liegt auf der Exportschau. Mit einem bedeutenden Warenangebot wirbt die Ernährungswirtschaft bei den ausländischen Besuchern. Die „sozialpolitische“ Bedeutung der ANUGA äußert sich schon darin, daß sie da ist und den ob der Fülle des Gebotenen und Angebotenen gewiß nicht unzeitgemäßen Versuch macht, Ernährungswirtschaft, Handel und Verbraucherschaft einander näherzubringen.Dü.