Friedrich Dessauer: Wallfahrt der Erkenntnis. Leben und Werk Isaac Newtons (Rascher Verlag, Zürich, 428 S., 14,50 DM).

Solange es Menschenaugen gibt, die den Blick zum nächtlichen Firmament erheben, solange wird es Menschenherzen geben, die ihre Fragen an den bestirnten Himmel stellen. Und jede neue Antwort wird die Stellung des Menschen im Kosmos verändern. Für die zu Ende gehende Epoche wurde diese Antwort in einem Werk gegeben, das für immer zu den größten Triumphen des menschlichen Geistes gezählt werden wird. Im Jahre 1687 legte Isaac Newton in den „Philosophiae naturalis Principia mathematica“ die Erkenntnis der Gesetze nieder, nach denen sich Sonnen und Planeten im Kosmos bewegen. Von nun an berechnete der Menschengeist die Stellung der Gestirne auf die Sekunde im voraus! Und noch eine andere, für das Wesen des Lichts grundlegende Erkenntnis schuf Newton. Er fand, daß im Farbenband des Regenbogens, im Spektrum, das weiße Licht der Sonne in seine „Bestandteile“ auseinandergelegt wird, jene Tatsache, gegen die Goethe in seiner Farbenlehre einen ohnmächtigen Kampf führte.

Wie konnte es bei Newton zu der gewaltigen Entdeckung der Gesetze des Kosmos kommen? Aus welchem Geist heraus konnte sie sich vollziehen? Die Antwort auf diese Frage gibt Friedrich Dessauer der in einem Leben der Selbstaufopferung jüngst siebzig Jahre alt gewordene Erforscher der Röntgenstrahlen, in seinem Newton-Werk, das weit mehr ist als eine auf umfassender Quellenforschung ruhende Bio-