Bundeskanzler Dr. Adenauer forderte anläßlich der Industrie-Ausstellung 1951 in einer Rede in Berlin die Sowjetzonenregierung auf, den Beschlüssen. des Bundestages zur Wiedervereinigung Deutschlands zuzustimmen, wenn sie ernsthaft die Wiederherstellung der deutschen, Einheit wolle. Der Kanzler erklärte, daß ein wiedervereinigtes Deutschland auch die Gebiete jenseits der Oder und Neiße einschließen müsse. Der Sowjetzonenministerpräsident Grotewohl, der am gleichen Tage zum Staatsakt des Sowjetzonalen Regierungsjubiläums sprach, kündigte an, daß die Volkskammer eine Antwort zu den Bonner 14 Punkten geben werde.

Der Sowjetzonenstaatspräsident Wilhelm Pieck verkündete eine Amnestie für 20 000 politische Häftlinge der Sowjetzone. Nach Angaben des Untersuchungsausschusses Freiheitlicher Juristen befinden sich etwa 25 000 Personen wegen sogenannter politischer und etwa 8000 wegen Wirtschaftsvergehen in der Sowjetzone in Haft.

Bei den Bürgerschaftswahlen in Bremen hat die SPD ihre führende Position behauptet. Die 100 Sitze der neuen Bürgerschaft verteilen sich wie folgt: SPD 43 (in der alten Bürgerschaft 46), CDU 9 (24), FDP 12 (17), KPD 6 (10), DP 16 (3). Neu in die Bürgerschaft eingezogen sind der BHE mit zwei, die SRP mit acht und die Wählervereinigung der Parteilosen mit vier Sitzen. Die Wahlbeteiligung belief sich auf 79,1 v. H. Der SPD-Vorsitzende Dr. Schumacher forderte in einer ersten Stellungnahme zum Bremer Wahlergebnis wiederum Neuwahlen zum Bundestag.

Das Hamburger Landgericht hat den Haftbefehl gegen Dr. Robert Platow und Dr. Arno Wegrich, die wegen Beamtenbestechung und Geheimnisverrats festgenommen worden waren, aufgehoben. Es hat damit der Haftbeschwerde der Verteidigung stattgegeben.

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In einer Sondersitzung des ägyptischen Parlaments verkündete Ministerpräsident Nahas Pascha unter lautem Beifall, daß seine Regierung künftig die Verträge mit Großbritannien über die Stationierung britischer Truppen in der Suezkanalzone und über die Verwaltungsteilung im Sudan „ignorieren“ werde.

Die ägyptische Regierung hat die Vereinten Nationen ersucht, das Verhältnis von Frankreich zu Marokko und die Behandlung des Schutzstaates durch die französische Protektoratsmacht zu untersuchen. Dieser Schritt wird als Beginn einer Kampagne der arabischen Liga für die völlige Unabhängigkeit Marokkos angesehen. Ägypten begründet sein Ersuchen mit der Auffassung, daß Frankreich die nationalen Wünsche des marokkanischen Volkes mißachtet und die Prinzipien der UNO-Charta in Marokko verletzt habe.