Ochwänke dürfen robust sein, und Prüderie ist der Bühne nicht bekömmlich. Wenn aber ein ganz besonders robuster Schwank, mk dem Etikett "moderne Komödie" versehen, von einem Theater, das bisher auf Ehre hielt, als literarische Uraufführung präsentiert wird, müßten dem Undelikaten gewisse Grenzen gezogen sein. Sonst entsteht der Verdacht, man habe vor, um rüden Gelächters willen die Szene mit dem Rummelplatz zu vertauschen.

gen bedacht, hat sich nun vorgenommen, dem Mangel an neuen deutschen Erfolgsstücken für Genügsame abzuhelfen. Die unbedenklichen Lachsalven, mit denen "Hände weg von Helena!" in. den Hamburger Kammerspielen quittiert wurde, bewiesen, daß er auf dem rechten (abschüssige) Weg ist. Der Einfalt: an einer weißen Maos (eben Helena) wird synthetische Fruchtbarmachung ausprobiert, und das ruchbar gewordene Experiment ruft Familientumulte, Parteiintrigen und einen veritablen Kampf der Geschlechter hervor. Da alle synthetischen Jungen weiblich sind, droht das Aussterben der Männer — und dagegen wehrt sich, von der Mitte des Stückes an, der Instinkt der Frauen; bis endlich Helena ihnen mit gutem Beispiel vorangeht und einen Mäuserich m ihren Käfig läßt.

Das mag als Gegenstück zu "Lysistrata" entworfen sein, aber außer der Unappetitlichkeit ist nichts Aristophanisches daran. Die Satire trifft so ganz obenhin auf bourgeoises Familienelend, Parteigetriebe, wissenschaftliches Spezialistentum und das "Erkalten des Eros" — zu anspruchsvoll für die platte Fabel, zu trivial für die wirklichen Probleme, und ganz ohne jene Grazie, deren das Verfängliche bedarf, wenn es nicht plump bleiben soll.

Das Technische, Dialogpointen und Situationseffekte, versteht sich bei dein Praktiker Rehfisch von selbst. Horst Becks Regie konnte sich darauf verlassen, erfand noch einige freundliche Gags hinzu und spielte einen protestlosen Premierenerfolg heraus. C. E. L,