Die Erzeugnisse der Harburger Gummiwaren-Fabrik Phoenix gehen heute wieder in 63 Länder. Während der Export 1950 gegenüber 1949 verzwölffacht wurde, konnte er im ersten Halbjahr 1951 weiterhin mehr als verdoppelt werden; die Phoenix exportierte im zweiten Quartal 1951 nämlich etwa 20 v. H. ihrer Produktion. Ein Industriezweig, der von überseeischen Rohstoffen abhängt, ist in der gegenwärtigen Lage ganz besonders verpflichtet, zum Hereinholen von Devisen selbst beizutragen. Bei der Phoenix wurden in dieser Richtung die äußersten Anstrengungen gemacht. Dieser Erfolg konnte nur erzielt werden durch den guten Ruf der deutschen Qualität, der sich über die lange Zeit der Zwangsunterbrechung hinweg auf den traditionellen Absatzmärkten in überraschend hohem Maße erhalten hatte. Unter den Qualitätserzeugnissen, die von der alten Kundschaft wieder lebhaft verlangt wurden, waren u. a. die Phoenix-Drucktücher und Bettplatten, aber auch Männerberufsstiefel, TRIX-Einlagen-Schläuche, Fahrrad- und Autoreifen. Alle Anstrengungen des Wettbewerbs in den langen Jahren der deutschen Abschnürung hatten nicht vermocht, die Erinnerung an die Hochwertigkeit dieser Erzeugnisse auf den überseeischen Märkten zu verdrängen.

Ein Schwerpunkt des Phoenix-Exportes liegt in Europa in sämtlichen an die Bundesrepublik angrenzenden Staaten, wobei der Ausfall der Märkte in Ost- und Südost-Europa besonders schmerzlich ist. Ein zweiter Schwerpunkt ist Mittel- und Südamerika, wo vor allem Mexiko und Kolumbien erfreuliche Absatzzahlen aufweisen. Schließlich ist es der Nähe, Mittlere und Ferne Osten, Von der Türkei bis Siam, wohin der Exportstrom fließt. Das ist ein Kreis von Ländern, in dem originellerweise an hervorragender Stelle das Hauptlieferland des Naturkautschuks, Malaya, zu nennen ist. Der Verlust des Warenzeichens hat in manchen Ländern Schwierigkeiten gebracht, die zum Teil noch andauern. Ein Zeichen für das Rechtsgefühl des ausländischen Kaufmanns, zugleich aber auch für den Dauerwert von Qualität ist es, daß die Kundschaft das legitime Zeichen „Phoenix-Harburg“ nur da sinngemäß findet, wo die Waren auch wirklich aus Harburg kommen. Weg.