Paris, im Oktober

Kann es für eine Automobil-Ausstellung einen prächtigeren Rahmen geben als die Stadt Paris, die zur Heimat des Automobils geworden ist, nachdem sein Erfinderland – bis heute! – dem Automobil immer nur Fesseln anzulegen verstand? Ist es nicht symbolisch, daß gerade das Automobil, jenes Instrument der größten persönlichen Freiheit, seine wirkliche Heimat in Paris fand – so wie viele Menschen, denen die Fesseln ihres Ursprungslandes zu drückend wurden? So wird es verständlich, daß der „Salon d’Automobile“ mehr ist als nur eine Schau, eine Darstellung, die den Käufer reizen soll. Der Salon ist, wie keine andere Automobil-Ausstellung der Welt, das „Fest der Automobile“, die Demonstration eines millionenfach geträumten Traums. Und nirgends in der Welt stand der amerikanische Traumwagen „Le Sabre“ besser an seinem Platze wie hier.

Es ist fast überflüssig, die Fabrikmarken oder die kleinen Sensationen wie den spanischen „Pegaso“ oder die neue Version der Ford „Vedette“ mit dem Namen „Komet“ oder gar den „Jeep“ von Fiat zu beschreiben. Das Gesamtbild ist wesentlich, und das ist den Bestrebungen in unserem Lande so diametral entgegengesetzt, daß nicht nur die deutschen Fachleute, sondern auch die Regierenden der deutschen Bundesrepublik den Weg zum „Grand Palais“ finden sollten. Auch Frankreich ist arm – Italien, England sind es nicht minder. Von Spanien ganz zu schweigen. Aber im „Grand Palais“ ist der Rausch der schnellen, sportlichen Wagen: Neben „Komet“ und „Pegaso“ der wiedererstandene „Bugatti“, der neue „Delahaye“, der „Alfa Romeo“ – Rausch der Geschwindigkeit und Eleganz. Nicht die „Fahrmaschine“, nicht der anspruchslose „Gebrauchswagen“, nicht der preiswerte „Fahrbare Untersatz die bei uns zu Forderungen erhoben sind, regieren.

Man sollte daran nicht vorbeigehen. Man sollte diese Tatsache nicht nur einfach registrieren, sondern einmal versuchen, in die Tiefen einer Strömung hineinzusehen, die ich die „Psychologie des Automobilismus“ nennen möchte. Flucht in den Luxus, Flucht in die Schnelligkeit, Flucht vor dem Druck des Alltages ... wären das sehr abwegige Motive? Den Fachmann wird es mehr interessieren, daß der „Amerikanismus“ im Karosseriebau überwunden scheint, nachdem er lange genug in den europäischen Karosseriewerkstätten herumgeisterte. Aber nicht die Franzosen und Engländer haben die „Europäische Linie“ gefunden, sondern die Italiener. – Deutschland war gut vertreten. Der „Volkswagen“, erstenmal in Paris, wurde umlagert. Der bildschöne „Mercedes 300“ mit Reisekabriolett-Aufsatz fand uneingeschränkte Bewunderung. Vor dem „Porsche“ stauten sich die Menschen. Es gibt keinen Franzosen mehr, der die Qualität der deutschen Automobile nicht rückhaltlos anerkennt. C. O. Windecker

Zwischen den Messeleitungen Frankfurt, Hannover und Köln wurden bei einer Zusammenkunft, die kürzlich in Frankfurt/Main stattfand, die Termine für die bevorstehenden Frühjahrsmessen festgelegt. Die Mustermesse Hannover wird demnach vom 27. Februar bis 2. März laufen Am 2. März beginnt der erste Teil der Kölner Messe (Textilien), er findet am 4. März sein Ende. Der zweite Teil (Hausrat) folgt vom 9. bis 11. März, während die Kölner Möbelfachmesse vom 21. bis 24. März durchgeführt wird. Der Termin der Frankfurter Frühjahrsmesse ist für die Zeit vom 9. bis 14. März festgelegt worden. In diesem Zusammenhang dürfte interessieren, daß Westdeutschlands chemische Industrie den Entschluß faßte, sich ausschließlich an der „Deutschen Industriemesse“ in Hannover zu beteiligen. W.