Egon Caesar Conte Corti; Der Zauberer von Homburg und Monte Carlo (Verlag Heinrich Scheffler, Frankfurt am Main, 343 S., 24 Tafeln. 9 Textabbildungen, Keinen 12,00 DM).

Die Zeit ist vorüber, in der Monte Carlo das einzige Dorado für Spieler war. So wie Dostojewskij vor hundert Jahren die Wahl hatte zwischen Homburg, Baden-Baden und anderen westdeutschen Spielsälen, so kann auch heute, nachdem der Bann gebrochen ist, der passionierte Spieler in mehreren westdeutschen Orten sein Glück am Roulette- oder Kartentisch probieren. Die Bank ist immer noch eine ergiebige Einnahmequelle und hilft den Länderfinanzen auf, wie sie einst die kleinen Fürstentümer sanierte. Wie sich das damals entwickelte, wie die Zwillingsbrüder Blanc zunächst aus der kleinen Landgrafschaft Hessen-Homburg und dann aus dem Miniaturfürstentum Monaco Mittelpunkte europäischer Eleganz und Schauplätze kosmopolitischen Glücksrittertums machten, das hat Conte Corti auf Grund von Archivmaterial in einem sowohl für die Finanzgeschichte als auch für die Kulturhistorie ungemein lehrreichen Buch dargestellt, dessen Wiedererscheinen auf dem Büchermarkt nicht nur der Liebhaber der rollenden Kugel mit Freuden begrüßen wird. -nn