U. R. Khartum, im Oktober

Nach der neuesten Veröffentlichung des Handels- und Wirtschaftsministeriums für den Anglo-Ägyptischen Sudan in Khartum sind seit dem 16. September 1951 Importe von Waren aller Art aus der Bundesrepublik und Westberlin freigegeben. Sie können damit von Importeuren hier zu den gleichen Bedingungen eingeführt werden wie etwa Waren aus anderen westeuropäischen Ländern. Bisher waren im Sudan für alle Importe aus Westdeutschland eine Sonder-Lizenz und eine spezielle Devisengenehmigung nötig. Da im Sudan ein erheblicher Bedarf an Fertigwaren aller Art herrscht, der bisher aus England, Frankreich und Italien kam oder jedenfalls nur mit langen Wartezeiten und zu verhältnismäßig hohen Preisen gedeckt werden kann, eröffnet sich damit für die deutsche Industrie ein ausgezeichneter und sehr zahlungskräftiger Markt.

Aus gut unterrichteten Wirtschaftskreisen in Khartum verlautet, daß Importfirmen hier bereits die ersten Verhandlungen mit der westdeutschen Industrie aufgenommen haben und die ersten Lieferungen von Automobilen, Kühlschränken, Kameras und Textilien aus Deutschland in den nächsten Wochen erwartet werden, können. Zum Ausbau dieser Handelsbeziehungen, insbesondere für größere Aufträge wie Maschinen, Schiffe, Pumpen aller Art, Eisenbahnausrüstungen, Chemikalien, elektrische Generatoren, Brücken und u. a., würden deutsche Auslandsvertretungen mit deutschen Kaufleuten und Ingenieuren wünschenswert und äußerst aussichtsreich erscheinen.