Freundschaft und Zusammenarbeit sind die traditionellen Themen des „Ibero-Amerika-Tages“, zu dem der Ibero-Amerikanische Verein alljährlich am 12. Oktober Vertreter der Diplomatie, der Wirtschaft und der Verwaltung nach Hamburg einlädt. Anlaß ist die Wiederkehr des Tages, an dem Kolumbus zum ersten Male amerikanischen Boden betrat. Grund zur Freude war in Deutschland diesmal um so mehr gegeben, als sich der Export nach Ibero-Amerika in den ersten acht Monaten dieses Jahres mit rund 1 Mrd. DM gegenüber 1950 erneut verdreifachte. Davon wurde mit berechtigtem Stolz gesprochen. Ernst aber stimmten die Sorgen, die Westdeutschland in der Zusammenarbeit mit diesem Wirtschaftsraum hat. Da ist die Auswanderung. Sie bedeutet für Deutschland Verlust an gutem Menschenmaterial. Und da sind die deutschen Auslandsvertretungen, die der Handel so schnell als möglich errichtet sehen will. Ein deutscher Diplomat „In spe“ sprach vorsichtig von „materiellen Grundlagen“, deren auch Diplomaten bedürfen und für die, so scheint es, der Bund nicht immer in dem notwendigen Maße sorgt. Anerkannt wurden dagegen die Bemühungen einzelner ibero-amerikanischer Länder, den deutschen Diplomaten die Wiederaufnahme ihrer Arbeit zu erleichtern. Nicht vergessen wurde endlich die Erwähnung des traditionellen Wettbewerbes zwischen den Hansestädten Hamburg und Bremen. Kaum erwähnt aber wurden (leider) die Exportindustrien aus dem Binnenlande. je.

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Die Gesellschaft der Freunde der Südafrikanischen Union, München, bringt im Verlag John Kaspar & Co., Hamburg und Köln, eines „Deutsch-Südafrikanischen Anzeiger“ heraus.