Hauptursache der schwierigen Wirtschaftslage Schleswig-Holsteins ist die Überbelegung des Landes mit Heimatvertriebenen. 60 v. H. mehr Menschen als 1939 wohnen in diesem Land. Einen zweiten Grund aber bildet die ungünstige Lage am Rande des westdeutschen Wirtschaftsraumes. Einen Stamm guter Kunden und Lieferanten verlor Schleswig-Holstein durch die Zweiteilung Deutschlands: bereits vor den Toren Lübecks beginnt das zur Sowjetzone gehörende Mecklenburg. Mit dem wirtschaftlichen Herz der Bundesrepublik an Rhein und Ruhr ist das Land durch einen 500 km langen Schienenstrang verbunden. Der weiten Entfernung von den Industriezentren’ und von den behördlichen Stellen aber geben die schleswig-holsteinischen Wirtschaftskreise die Schuld für die schlechte Zuweisung von Rohstoffen und Kohle und die geringe Beteiligung an öffentlichen Aufträgen sowie zentralgesteuerten Auslandsbestellungen. Um hier Einfluß nehmen zu können, schuf man die Wirtschaftskontor Schleswig-Holstein GmbH.

Kürzlich wurde das Kontor, dessen Gesellschafter die Industrie- und Handelskammern Kiel, Lübeck und Flensburg, die beiden Handwerkskammern des Landes, die Wirtschaftsaufbaukasse Schleswig-Holstein AG, die Landesbank /und Girozentrale und das Bankhaus Wilh. Ahlmann in Kiel sind, in das Handelsregister eingetragen. Das Land unterstützte die Neugründung finanziell. Sie hat ihre Zentrale im Landesministerium für Wirtschaft und Verkehr in Kiel. Wichtiger als die Zentrale aber ist jedoch der Vorposten in Köln. Die Wirtschaft des Landes erwartet viel von dem in unmittelbarer Nähe des Kölner Hauptbahnhofs – Jakordenstraße 1 – errichteten Büro: Es soll erfolgreich die Trommel für Schleswig-Holstein rühren. S–r.