R. S. Bonn im Oktober

Ein furchtbares Schicksal widerfährt den Banater Schwaben. Von den 200 000 Menschen dieses Volksstammes, die nach dem Kriege noch in dem zu Rumänien gehörigen Teil des Banat übriggeblieben waren, wurden seit Mitte Juni dieses Jahres 40 000 unter grausamen Bedingungen nach Ost-Rumänien verschleppt. Diese „Aktion“ geht weiter. Nachts werden die Dörfer vom rumänischen „Sicherheitsdienst“ umstellt. Innerhalb weniger Stunden müssen die beklagenswerten Opfer Zusammenraffen, was siegerade mit ihren Händen tragen können. Dann werden sie in Güterwagen gepfercht und abtransportiert.

Was seit Maria Theresias Zeiten durch die deutschen Siedler dort mit unermüdlichem Fleiß aufgebaut wurde, wird jetzt über Nacht enteignet. Die arbeitsfähigen Verschleppten werden in der Steppe Baragan, südlich des Donau-Deltas, einer wasserarmen, menschenleeren Gegend ausgesetzt, wo sie sich wie Tiere Löcher in die Erde graben müssen, um ein wenig Schutz gegen Kälte und Wind zu suchen. Dort müssen sie als Sklaven bei dem Bau des Donau-Schwarzmeer-Kanals roboten. Die Kinder aber und die anderen. Einsatzunfähigen werden brutal von ihren Familien getrennt und in das nördlich von dieser Steppe gelegene Massenlager Sculeni gesteckt, wo Hunger herrscht. „Liquidation“ des Banater Deutschtums.

Dieselben Sowjets, die den Völkern außerhalb ihres Machtbereichs gar nicht genug von Frieden, Freiheit und Völkerverbrüderung vorgaukeln können, zeigen ihr wirkliches Wesen nur dort, wo sie schon herrschen – herrschen ohne Mitleid, ohne Hemmungen und voller Menschenverachtung.