Die AEG, Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft, legt jetzt ihren Geschäftsbericht über die Jahre vom 1. Oktober 1944 bis 30. September 1950 vor. Das Unternehmen, dessen Fabriken mit Schwergewicht in und um Berlin lagen, erlitt ganz außergewöhnlich hohe Kriegsverluste. Die Gesamtverluste an effektiven Vermögenswerten, überwiegend Sachwerte, werden auf weit über eine Mrd. Mark beziffert; Bankguthaben von 132 Mill. RM in Berlin wurden blockiert, Forderungen gegen das Reich über 275 Mill. RM froren ein. Außerdem gingen Waren im Werte von etwa 320 Mill. RM verloren, nach der sowjetischen Demontagewelle im Sommer 1945 verblieben noch 8 v. H. der Werkzeugmaschinen, die Fabrikationsnutzfläche betrug bei Kriegsende 10 v. H. derjenigen von 1939.

Seit 1945 ist der Wiederaufbau in Westberlin konsequent vorangetrieben worden, und in Westdeutschland wurde eine Reihe neuer Fertigungsstätten errichtet. Der Vorstand wird der am 15. November in den Räumen des Vereins Berliner Kaufleute, Berlin-Dahlem, Podbielski-Allee Nr. 42, stattfindenden oHV. vorschlagen, das Aktienkapital im Verhältnis 3:1 von 264 Mill. RM auf 88 Mill. DM umzustellen. Von dem zum Stichtag der Währungsreform ermittelten Gesamtvermögen in Höhe von 148 Mill. DM sollen fernerhin 15 Mill. der gesetzlichen Rücklage, 20 Mill. der Sonderrücklage I und 25 Mill. DM der Sonderrücklage II zugeführt werden. Die Sonderrücklagen sind für Risiken aus der wirtschaftspolitischen Entwicklung und für zur Zeit noch nicht feststehende Kriegsfolgeschäden vorgesehen. In der Bilanz zum 30. September 1950 erscheint das Anlagevermögen mit 226,8 und das Umlaufvermögen mit 188 Mill. DM. Dem stehen Verbindlichkeiten aus Anleihen in Höhe von 22,37 und sonstige Verbindlichkeiten von 168,2 Mill. DM gegenüber. Der Vorstand wird der oHV. vorschlagen, den Reingewinn von 0,817 Mill. auf neue Rechnung vorzutragen, yd

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Siemens & Halske AG., München. Anläßlich des 104. Gründungstages des Hauses Siemens fand in Anknüpfung an eine vor zwei Jahren wiederaufgenommene Tradition eine Feier für Firmenjubilare statt. An diesem Tage konnten 974 Jubilare auf eine 25jährige, 381 auf eine 40jährige und 11 auf eine 50jährige Dienstzeit zurückblicken. Der Vorsitzende der Aufsichtsräte der Siemens & Halske AG. und der Siemens-Schuckertwerke AG., Dr. Hermann von Siemens, würdigte die Verdienste der Jubilare und wies auf die günstige geschäftliche Entwicklung des Hauses hin.

Augsburger Buntweberei Riedinger. Das Unternehmen ist augenblicklich mit über 50 v. H. an der deutschen Ausfuhr von Zellwoll-Buntgeweben beteiligt. Die Monatsproduktion beträgt 1,1 Mill. Meter. Der Export des Unternehmens konnte indiesem Jahr verfünffacht werden.

Richter & Co., Strick- und Wirkwarenfabrik GmbH., Erwitte. Das Stammkapital der Gesellschaft wurde um 30 000 auf 50 000 DM erhöht.

Asta-Werke AG., Chemische Fabrik Brackwede/Westf. Das Unternehmen erzielte per 31. Dezember 1950 einen Reingewinn von 0,214 Mill. DM, der den aus 1949 vorgetragenen Verlust von 0,273 Mill. DM auf 0,059 Mill. DM ermäßigt. Entsprechend der Umsatzerhöhung um 25 v. H. gegenüber dem Vorjahr mußten die Anlagen erweitert werden.