Vier Wochen war der Streik der hessischen Metallarbeiter bereits beendet – siehe: da rollten plötzlich drei Eisenbahnwagen mit Lebensmittelpaketen, Zucker, Marmelade und Fleisch in Frankfurt an. Diese Gaben waren in einer sogenannten „Solidaritätsaktion“ von den Arbeitern der Sowjetzone, die bekanntlich nicht streiken dürfen, eingesammelt worden, um die armen unterdrückten Kollegen im Herrschaftsbereich der westlichen Kapitalisten zu unterstützen. Für die Kommunisten ist aber die Ideologie glaubwürdiger als die Wirklichkeit, das Dogma stärker als die Realität. Das hessische Ministerium habe „keine Befürchtung über einen Erfolg der damit beabsichtigten Propaganda“, so hieß es höheren Orts, und so gingen die Geschenke den vorgezeichneten Weg. Fürwahr, die Empfänger werden sich gewundert haben. Vielleicht kommt dieser oder jener sogar auf die Idee, sich zu revanchieren mit etwas Butter, ein wenig Schokolade und ein bißchen Kaffee... -te.