Vor einem Pariser Gericht hat der französische Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline Klage gegen den Verlag Julliard erhoben, weil er sich durch eine in diesem Verlag vor kurzem erschienene Übersetzung von Ernst Jüngers „Strahlungen“ beleidigt fühlt. In der Übersetzung, die den Titel „Tagebuch 1941 – 1943“ führt, werden Céline judenfeindliche Äußerungen in den Mund gelegt, die er entschieden in Abrede stellt. Er teilte dem Gericht mit, daß er von Ernst Jünger einen Brief erhalten habe, worin dieser seiner Indignation über die Übersetzung Ausdruck gibt und erklärt, daß er diese Äußerungen in den „Strahlungen“ nicht ihm, Céline, sondern einem Waffen-SS-Mann namens Merline zugeschrieben habe. Céline ist der Auffassung, daß er durch diesen Irrtum des Übersetzers, ob er absichtlich erfolgt ist oder nicht, gefährlichen Vorurteilen ausgesetzt werde, um so mehr, als er erst durch die Amnestie von 1950 einer Verurteilung zu einem Jahr Gefängnis und der sogenannten „nationalen Degradierung“ entgangen ist. Céline lebte bis zum vergangenen April in Dänemark.