Rath A. Inglis: Der amerikanische Film (Nest-Verlag, Nürnberg, 368 S., Leinen 14,80 DM).

Dieser Bericht, geschrieben für die Commission on Freedom of the Press, eine Stiftung an der Universität Chicago, gibt einen für Deutschland besonders aufschlußreichen Einblick in die Arbeitsmethoden und Hintergründe der amerikanischen Filmwirtschaft und der Einrichtungen, die die öffentlichen Interessen in Einklang bringen sollen mit dem Prinzip der Freiheit des künstlerischen Schaffens. Die inzwischen auch bei uns eingeführte Selbstkontrolle wurde in Amerika zuerst ausprobiert und entwickelt. Sie hat zwar alle Bestrebungen nach staatlicher Zensur ausgeschaltet, aber doch dazu geführt, daß die Produktion Hollywoods in stärkstem Maße propagandistischen Richtlinien unterstellt ist. Das zeigte sich sowohl während des Krieges wie nachher in der Art und Weise, wie die politischen, moralischen und rassischen Probleme in amerikanischen Filmen dargestellt werden müssen. Man sieht: auch ohne daß der Staat eingreift, läßt sich der Film zentral lenken. -nn.