Am 1. November feiern 3500 Menschen und einige hundert Gäste aus dem In- und Ausland den 75. Geburtstag der Duisburger Kupferhütte AG, Duisburg. Mit den Produktionskurven des Werkes ist zugleich ein Stück deutscher Industrie- und Wirtschaftsgeschichte geschrieben; es sind Kurven der Gewinnung von Kupfer, Silber und Blei, von Zink, Kobalt und Gold, von Roheisen und Sulfaten. Einst ein Anhängsel der rheinischen Schwefelsäure-Industrie, ging das Werk später mehr und mehr in die Metallgewinnung. Heute wächst die Hütte nicht mehr im Schatten größerer Wirtschaftsgebilde, sondern auf eigenen Füßen stehend in europäische Bedeutung hinein. Daß die Kupferhüttenmänner bei einer Werks- und Fabrikationserfahrung von drei Generationen der la Europa entstehenden neuen Konkurrenz mit Zuversicht entgegensehen, hat aber auch noch einen anderen Grund.

Betriebsführung und Betriebsrat haben in den letzten fünf Jahren eine soziale und betriebliche Partnerschaft für das Gesamtwerk aufgebaut, die heute fest fundiert ist und allen Widerständen zum Trotz gleichermaßen mit gefeiert wird. Es wiegt nicht nur das materielle Plus, das die zusätzliche Ausschüttung von durchschnittlich zwei vollen Bruttomonatsbezügen während eines Jahres bringt (durchschnittlich 750 DM je Mann, bei Schwankungen zwischen 400 bis 2000 DM je Lohnempfänger), sondern vor allem auch das Bewußtsein, ein Höchstmaß von Gerechtigkeit genießen zu können. Wer leistet, verdient auch, ist aller Grundsatz. Nachdem in den ersten Jahren die Ausschüttungen vorwiegend in den Konsum abgeflossen waren, werden jetzt die größeren Summen auch in hypothekenähnlichen Papieren zugunsten der eigenen Werkssiedlungen angelegt. „Ich werde mit den Jahren aus jedem meiner Arbeiter einen Besitzbürger machen!“, sagte Generaldirektor Kuss am Vorabend des Werksjubiläums, „vor fünf Jahren, als wir damit begannen, sagte ich zu den Männern, geht in die Siele und schafft, es kommt was bei rum!“ Wir meinen, die deutsche Unternehmerschaft sollte Herrn Kuss nicht noch länger seine bewährte Solostellung gönnen, sondern nachahmen. Rlt.