In Frankfurts Paulskirche wurde kürzlich einmal nicht der Geist von 1848, sondern der unserer Zeit beschworen; acht Referenten behandelten auf der Herbsttagung der „Wirtschaftspolitischen Gesellschaft von 1947“ die die Gegenwart verwirrende, aber die Zukunft bestimmende Problematik unter dem Leitwort „Der deutsche Beitrag: in Einigkeit“.

Viele werden das dort deklarierte Ziel der Liquidierung der Nationalwirtschaften, einer internationalen Arbeitsteilung, der standortgünstigsten Produktion sowie der Festigung des sozialen Gefüges als Ansatzpunkt zu einer einheitlichen Wirtschaftspolitik ansehen, ohne sich zugleich zu der These zu bekennen, daß das Einkommen der Landwirtschaft außer durch Marktausweitung nur durch Steigerung der Realeinkommen der Industriearbeiterschaft zu stabilisieren sei. Es kommt sicher nicht allein auf die Kaufkraft dieser Teilkategorie an, sondern auf die Hebung des Gesamtniveaus. Gewiß: die Aufgabe besteht im Zusammenführen von Gruppen, die sich infolge dogmatischer Verhärtung immer noch fremd, ja feindlich gegenüberstehen. Aber: Voraussetzung dessen ist allseitiger Verzicht auf monopolistische Machtansprüche auch in der Wirtschaft. Die Überwindung der Gesellschaftskrise liegt in einer sozial-evolutionären, nicht revolutionären Lösung. Dazu gehört auch und vor allem die weltwirtschaftliche Integration als eine conditio sine qua non. H. B.