Zwei gewichtige Motive gibt es, die den „unternehmerischen Antrieb“ da bilden, wo ein persönlicher Anteil am erzielten Erfolg entfällt: Die Freude am Werk und das Bewußtsein, verantwortlich zu wirken, ferner die Genugtuung darüber, daß (oder wenn...) „alles funktioniert“, sind da zu nennen – zum anderen weiterhin die Tatsache, daß hinter dem Werkleiter als dem „Exekutivunternehmer“ (der vom Aufsichtsrat angestellte Direktor in einer AG. erfüllt just die gleiche Funktion) der letztlich entscheidende Eigentümer steht; die Gebietskörperschaft also, von der „gemeinwirtschaftliche Vorstellungen“ ausgehen. – So etwa lauteten die Thesen eines Referats, das Dr. H. Brügelmann, der Hauptgeschäftsführer des „Verbandes Kommunaler Unternehmungen der Orts- und Kreisstufe“ auf der „Jahrestagung Kommunale Wirtschaft“ zu Frankfurt (25. bis 26. Oktober) hielt, und in dem er mit avantgardistischer Eindringlichkeit die „Kommunale Unternehmerinitiative“ pries. Der Unterschied zwischen einer AG. und einem öffentlichen Unternehmen, so sagte er, sei nur das „Fundament“, auf dem beide beruhen. Ansonsten träfen beide dieselben Schwankungen der Konjunktur, erhöben sich vor beiden gleicherweise die Probleme der Zeit, die jeweils allein durch möglichst prompte Anpassung an die wechselnden Situationen gelöst werden können. Beim kommunalen Unternehmen komme es also ebenso wie bei einem reinen Erwerbsunternehmen darauf an, Initiative zu entwickeln, das Unternehmen gesund und beweglich zu erhalten, damit es sich vollwertig behaupte. Natürlich müßten der „unternehmerische“ und der „gemeinwirtschaftliche“ Gedanke beim öffentlichen Betrieb unter einen Hut gebracht werden, und zwar so, daß sich nicht etwa eine parasitäre Symbiose daraus ergebe, wie man sie in der kommunalen Wirtschaft gelegentlich beobachten könne. Der Referent erinnerte an die Möglichkeit, daß eine Stadt ein Werk auspowert, gleichzeitig jedoch auch an den „anderen Fall“, daß ein städtisches Werk ohne Rücksicht auf andere Unternehmen nach egozentrischen Regeln arbeitet. Dergleichen also wäre die unerwünschte parasitäre Form, die Entartung der im übrigen angestrebten und erwünschten Symbiose.

Was man heute, Dr. Brügelmann zufolge, anstrebt, ist der Typus des „öffentlichen Wirtschafters“: eine Werkleiterpersönlichkeit, die den Begriff „Unternehmerinitiative“ als echte. Parole auch für sich auffaßt und ihn nicht nur auf den Einzelunternehmer bezieht, der sich und seine Habe täglich von neuem aufs Spiel setzt.

Nun – das ist eine Aufgabe! H. B.