Alexander Granach: Da geht ein Mensch: Autobiographischer Roman (Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt/Main, 428 S., Leinen)

Alexander Granach war in den zwanziger Jahren eine der explosivsten Figuren des damals so lebendigen deutschen Theaters. Er spielte bei Jeßner den Mephisto und bei Piscator die Revolutionäre. Man sah ihn in allen Berliner Weinstuben und Nachtcafés, ein unbändiges Temperament mit wildem Humor. Er wirkte wie ein Tornado. Nach 1933 ging er für einige Jahre nach Moskau (wo er in sowjetischen Filmen eingesetzt wurde) und dann nach Amerika, wo er mit Lubitsch zusammen das Drehbuch für „Ninotschka“ schrieb und den einen der Kommissare spielte. Jetzt kommt das einzige Buch des nach dem Kriege Gestorbenen zu uns: die mit hinreißendem Schwung erzählte Geschichte seiner ostgalizischen Kindheit, seiner ärmlichen Jugendjahre als Bäcker und Tischler und seines für ihn selber märchenhaften Aufstieges in Berlin, von Reinhardts Schauspielschule bis zu den ersten Triumphen. Ein menschliches Dokument singulärer Art, das Bild eines Lebenslaufes, der heute so nicht mehr möglich wäre. -nn.