U Traugots Hermann Nägler in argen Konflikt mit seinen streng moralischen Grundsätze geraten: ausgerechnet jene Schwester, die eines jagendlichen Fehltrittes wegen als schwarzes Schaf aus der Familie verstoßen wurde, hat ihm eine grofie Erbschaft in Montevideo hinterlasse, deren- Annahme sie nur von einer kleinen Klausel abhängig gemacht hat. Und eben diese Klausel bereitet Ihm solche Kopfschmerzen, deno um sie KU erfüllen, müßte bis zu einem bestimmten Termin ein weibliches Mitglied seiner vielköpfigen Familie ein uneheliches Kind zur Welt bringen. Das ist der Kern des "viel belachten Einakters "Die tote Tante" von Curt Goetz, den er später EU dem "Haus in Montevideo" erweitert hat. Unter dem gleichen Titel feiert die moralische Komödie jetzt eine fröhliche Wiederkehr a!s Füm (Produktion Hans Domnick), den ein höchst vergnügtes Publikum wie schon seit langem nicht mehr mit Jubel und Beifall begrüßt.

Das Ganze ist ein Hauptspaß geworden, der sich wie es bei Curt Goetz schon als selbstverständlich gilt, durch geistvollen Humor nd den Witz der Dialoge auszeichnet (Kleine Mängel wie einige Längen oder allzu breit ausgespielte Szenen sollen deshalb gern übersehen werden) Heilige und vollendete Bösewichte sind uninteressant", erklärt uns Curt Goetz dazu "Die Mitte macht es. Sie ist ja auch das Menschliche und hilft uns m dem Kampf, den wir alle, die wir keine Heiligen sind, täglich zu bestehen haben. Alle guten Geister dieses Films waren auch mit den Darstellern, die ohne Ausnahme mit treffiicheii. Leistungen aufwarten: Curt Goetz, der sich mit seiner Frau auch in die Regie teilt, ist in der Hauptrolle unbeschreiblich komisch und rührend zugleich ; Valerie voij Martens ist ausgezeichnet ais Frau Professor, die die Rolle ihres Lebens geworden ist, und Albert Floraths Spiel (als der befreundete Pastor) ist selten so herzerfrischend und gelöst gewesen. Begabter Nachwuchs ist mit Ruth Niehaus und Eckard Dux vertreten und an der drei bis neunjährigen Nägler Bande ist zu rühmen, daß es nicht oft "gelingt, Kinder so natürlich vor die Kamera zu bekommen. Uraufführung >Metro im Schwan", Frankfurt a. M. 5