Als im Verlauf der vergangenen beiden Jahre die Industrie begann, ihre Umstellungsbilanzen zu veröffentlichen – mit Schwerpunkt auf den ersten sechs Monaten des Jahres 1951 –, konnte der Eindruck entstehen, daß der radikale Währungschnitt des 20. Juni 1948, von den besonderen Umständen der Ostbetriebe und der völlig demontierten Unternehmen abgesehen, relativ gut überstanden worden ist. Die überraschend günstigen Umstellungsergebnisse wurden aber dadurch beeinflußt, daß die Bewertungsvorschriften des DM-Bilanzgesetzes es gestatteten, die im Anlage- und Umlaufsvermögen vorhandenen oft beträchtlichen stillen Reserven durch Neubewertung nach Preisen und Werten der Gegenwart zum Ausgleich der Substanzverluste heranzuziehen. Ganz anders und ungleich schwerer wirkten dagegen die Bestimmungen der alliierten Währungsreform auf Geldinstitute, Versicherungsunternehmen und Bausparkassen. Die stillen Reserven des im Verhältnis geringeren Sachbesitzes genügten nicht für den Ausgleich der großen Verluste auf der Geldseite; als eine Art Eigenkapital erhielten die Geldinstitute die zwar verzinslichen, aber noch nicht tilgbaren und als Fremdkörper empfundenen Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand. Für Hypothekenbanken kommt noch erschwerend hinzu, daß vor der Währungsreform erhebliche Darlehnsrückzahlungen erfolgt waren, die bewirkt hatten, daß das Bilanzvolumen stagnierte oder sich sogar verminderte. Die schematische Abwertung des früher sichersten Deckungswertes, der Hypothek, im Verhältnis 1:10 hat zu einer Vertrauenskrise für den gesamten langfristigen Kredit geführt, die noch keineswegs überwunden ist. Der Aufbau des Hypthekenneugeschäftes geht daher nur langsam vor sich. Die Verwaltungsunkosten des Altgeschäftes sind nach der Abwertung annähernd die gleichen geblieben, da es für die Höhe der Verwaltungskosten keinen Unterschied macht, ob eine Hypothek 10 000 oder 1000 Mark umfaßt.

Es liegen jetzt gleichzeitig die beiden ersten Geschäftsberichte von Hypothekenbanken vor: die Abschlüsse der Hypothekenbank in Hamburg über die Geschäftsjahre 1944/50 und die DM-Eröffnungsbilanz sowie die Abschlüsse für 1948/49 und für 1950 der Rheinischen Hypothekenbank, Mannheim. Beide Berichte, die über den Rahmen des eigenen Unternehmens hinaus interessante Einblicke in die Problematik der DM-Bankbilanzen gewähren, betonen übereinstimmend die Schwierigkeiten des Neubeginnes und fordern eine – allerdings wohl schwierige – Revision der Abwertungsvorschriften für Hypotheken. Der Umfang der Verluste wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, daß die Bilanzsumme der Rheinischen Hypothekenbank von 653,57 Mill. RM auf 66,23 Mill. DM absank und die der Hypothekenbank in Hamburg von 279,86 Mill. RM auf 29,3 Mill. DM. (Stand am 31. Dezember 1950: 101,09 und 42,68 Mill. DM.) Der Vorstand der Rheinischen Hypothekenbank schlägt der HV vor, ihr AK im Verhältnis 10 : 3,5 von 12 Mill. RM auf 4,2 Mill. DM umzustellen und gesetzliche und freie Rücklagen von 4,3 Mill. DM zu bilden. Das Umstellungsverhältnis der Hypothekenbank in Hamburg soll laut Vorschlag an die HV 5:1 von 9 Mill. RM auf 1‚8 Mill. DM betragen. Die Rücklagen beliefen sich am 31. Dezember 1950 auf 0,25 Mill. DM Bei der Rheinischen Hypothekenbank ergab sich zum 31. Dezember 1950 ein Gewinn von 0,228 Mill. DM, aus dem 5 v. H. Dividende ausgeschüttet werden sollen; der Gewinn der Hypothekenbank in Hamburg zum gleichen Zeitpunkt betrug 38 930 DM und soll vorgetragen werden.

Insgesamt gesehen müssen das Umstellungsverhältnis und die Rücklagen der Rheinischen Hypothekenbank noch als verhältnismäßig günstig bezeichnet werden. Prognosen für das Hypothekengeschäft hängen entscheidend davon ab, wieweit es gelingt, das Vertrauen des Sparers in das festverzinsliche langfristige Wertpapier wieder zu stärken. C. v. S.

*

Verlustabschluß bei der Hamburger Hochbahn. Die Bilanz der Hamburger Hochbahn AG. schließt zum 31. Dezember 1950 mit einem Verlust von 0,384 Mill. DM, der sich um den Gewinnvortrag aus 1949 auf 0,375 Mill. DM ermäßigt und vorgetragen werden soll. Auf Grund der Dividendengarantie vom 3. Juli 1918 wird die Hansestadt Hamburg 5 v. H. Dividende auf die 36 Mill. DM A-Aktien ausschütten. Der umfangreiche, mit Statistiken und Graphiken versehene Geschäftsbericht vermittelt einen gründlichen Einblick in die Hamburger Verkehrsstruktur.

Bank für Brauindustrie will 2:1 umstellen. Nach Vorlage der Geschäftsberichte für die Jahre vom 1. Juli 1947 bis 30: Juni 1951 wird die HV der Bank für Brau-Industrie, Frankfurt am Main, über die vorgeschlagene Umstellung im Verhältnis 2:1 von 15 Mill. RM auf 7,5 Mill. DM zu entscheiden haben. Die in den Geschäftsjahen 1949, 1949/50 und 1950/51 entstehenden Verluste wurden durch Teilauflösung der gesetzlichen Rücklage gedeckt. Die Bank war bis Ende 1950 stillgelegt, so daß sie nahezu ohne Einnahmen blieb.

5:3 bei Berliner Maschinenbau AG. Der Vorstand der Berliner Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vormals L. Schwarzkopff schlägt der HV die Herabsetzung des AK im Verhältnis 5 : 3 von 8,32 Mill. RM auf 4.992 Mill. DM vor. Außerdem wird über die Abschlüsse vom 1. Juli 1945 bis 30. Juni 1950 entschieden. Per 30. Juni 1950 entstanden 0,06 Mill. DM Gewinn, die den Verlustvortrag aus 1949. auf 0,077 Mill. DM ermäßigen.