Hannover, im November

Esdreht sich hauptsächlich darum, ob Gillian „auch eine“ ist. Die Katze Pyewacket läßt darauf schließen. Vor allem erscheint das aber bei der schrulligen Tante Queenie sehr wahrscheinlich, denn sie hat eine Vorliebe für allerlei Schabernack, foppt ihre Mitmenschen mit dem Telefon, dringt neugierig in fremde Wohnungen ein, liest anderer Leute Briefe und bewegt sich in einem so schreiend modernen Aufzug, daß man wirklich vermutet, es handele sich um die zeitgemäße Variante – der alten Hexe. Ernstliche Komplikationen ergeben sich jedoch, als Gillian feinen auserwählten Mann bezaubert und sich dabei rettungslos in ihn verliebt. Zum Schluß steht aber eindeutigfest, daß aus übernatürlicher Magie eine ganz natürliche Liebe zweier. Menschen zueinander geworden ist.

John van Dritten ist in Deutschland durch das „Lied der Taube“ bekannt geworden. Jetzt schickt er uns aus Amerika seine „Geliebte Hexe“ und erweist sich damit wiederum als der begabte Autor im Genre der gehobenen Boulevard-Komödie, in der sich witzige Dialoge mit eigenwilliger Handlungsführung verbinden. Die gelungene Übersetzung ist das Verdienst von Alfred Polgar, die deutsche Erstaufführung das des Landestheaters Hannover. Leider ließ sich die sonst sehr bemühte Regie von Hermann Stelter die Möglichkeit entgehen, durch den aktuellen Bezug auf unser Zeitalter der Kaffeesatzbeschwörungen den Spaß noch zu erhöhen. Als Gillian glänzte Evy Gotthardt. – Sehr.