Egon Jameson: Lies und Lach. (Keßler-Verlag, Mannheim, 224 S., 85 Zeichnungen, Leinen DM 12,80.)

Die vielen Versuche, mit wohldurchdachten Vorschriften die Verwilderung der Sprach- und Schreibgebräuche aufzuhalten, haben nur wenig ausrichten können. Amtliche Bekanntmachungen, Zeitungsinserate, Parlamentsreden und nicht selten auch Schriftsteller und Redaktionen selbst – alles beteiligt sich an dem „Vernichtungskampf gegen die deutsche Sprache“, wie es Egon Jameson nennt. Der frühere Berliner Journalist hat bald nach seiner Rückkehr eine strategische Defensive zu ihren Gunsten entwickelt: Er sammelte in der „Neuen Zeitung“ unter dem Stichwort „Geschichten ohne Politik“ krasse Beispiele für unüberlegtes, geziertes und verworrenes Deutsch und gab sie durch geistvolle Zwischentitel der Lächerlichkeit preis. In seinem Buch „Lies und Lach“ hat er mit alphabetisch geordneten Spitzmarken den gleichen erheiternden Anreiz erzielt und geradezu ein Lehrwerk des Unsinns geschaffen, das im Vernichtungskampf gegen das Sprachunkraut bessere Dienste leisten kann als alle entrüstete Pedanterie. Die junge Münchner Malerin Inge Ungewitter hat die Absurdität der Texte höchst munter in Striche übersetzt. -nn