Der Wiederaufbau der deutschen Gaststätten wurde in erheblichem Umfange mit Krediten der Brauereien durchgeführt. Bisher jedoch fehlten Anhaltspunkte, in welchem Maße dies geschehen ist. Die Bilanzen der Aktienbrauereien geben hier interessante Einblicke. Die Abschlüsse der größten bayerischen Brauereien liegen zwar noch nicht vor; die bisher bekanntgewordenen 90 Bilanzen aber bilden einen genügend großen Ausschnitt, um von hier aus urteilen zu können. Nach der Zahl der Gesellschaften ist es mehr als die Hälfte aller Aktienbrauereien, nach dem beteiligten Aktienkapital jedoch etwas weniger.

Bei diesen 90 Aktienbrauereien betrugen die Warenforderungen (in den Bilanzen von 1950) wieder 29,93 Mill. DM gegenüber 21,17 in 1949 und 0,64 in den Eröffnungsbilanzen. Größer aber war der Bestand an Hypotheken und Darlehn mit 31,11 (14,03 und 2,71) Mill. DM Wechselkredite waren nicht beliebt; sie betrugen nur 1,17 (0,70 und 0,00) Mill. DM. Auf die „hohe Kante“ haben die Brauereien wirklich nicht viel legen können: ihre Kassen- und Bankbestände stiegen nur auf 9,10 (7,95 und 5,52) Mill. DM. Auch die Steigerung der – sonstigen Forderungen ist mit 7,47 (5,93 und 1,95) Mill. DM nicht sehr groß, wenn man die allgemeine Umsatzbelebung mit berücksichtigt.

Die Brauereien haben andrerseits mit 13,46 Mill. DM erheblich weniger Hypotheken und Darlehn (6,87 und 1,66 Mill. DM) aufgenommen. Wichtiger sind schon Wechsel und Akzepte mit 15,81 (8,88 und 0,00) Mill. DM und die Bankverpflichtungen mit 21,82 (11,16 und 0,10) Mill. DM. Am stärksten aber haben die sonstigen Verpflichtungen auf 47,30 (31,83 und 4,52) Mill. DM zugenommen. Die Brauereien haben also unter Einsatz ihrer Kreditfähigkeit erhebliche kurzfristige Mittel für ihre Kundschaft in langfristige Darlehn umgewandelt. Die gesamten Verpflichtungen sind dabei mit 98,39 (58,74 und 6,28) Mill. DM wesentlich stärker gestiegen als die Außenstände mit 78,78 (49,78 und 10,82) Mill. DM. Die Brauereien haben also etwa 25 Mill. DM mehr Schulden gemacht als sie ausgeliehen haben. Dieser Betrag wurde für die Finanzierung des wachsenden Eigengeschäftes verwandt; jedoch dürfte auch hiervon ein beachtlicher Betrag in die eigenen verpachteten Gaststätten-Betriebe geflossen sein. pl.