Helft den obdachlosen Italienern

Europa, dessen Bewohner seit Jahrhunderten tätig sind, die Wasserkräfte durch Dämme einzuschränken und zu regulieren, ist dennoch großen Wetterkatastrophen gegenüber immer wieder wehrlos. Im letzten Jahr begruben Schnee- und Steinlawinen ganze Dörfer in der Südschweiz und Norditalien. Berge rutschten und Flüsse traten über ihre Ufer, überschwemmten fruchtbare Landstriche und verschlangen Mensch und Tier. Jetzt wieder ertränkte der Po Hunderte von Menschen, mindestens 80 000 Stück Vieh und fast 100 000 Hektar Land. Alle Schrecken des Deichbruchs, die sich in den großen Fluten der Nordsee jahrhundertelang abspielten, das Abgeschnittensein auf immer kleiner werdenden Inselchen in einer tobenden Wasserwüste, das Forttreiben von Häusern, auf deren Dächern hilflose Menschen sitzen, die schauerliche Angst, das Läuten der Kirchenglocken, die um Hilfe rufen und deren Töne sich mit den gellenden Schreien verlorener Menschen mischen, all dieses wiederholte sich in der Katastrophe, die die norditalienische Tiefebene heimgesucht hat. Doch dieses schreckliche Unglück hat nicht nur Italien getroffen, sondern auch uns. Denn unsere Völker gehören zueinander, nicht nur aus alter Tradition, auch aus der neuen eines Vereinten Europa.

So haben sich denn auch in Deutschland, ohne offizielle Aufforderung, sogleich Menschen gefunden, die helfen wollen. Tatkräftige Redakteure in Hamburg sind dabei, ein Freundschaftsspiel zwischen einer italienischen und einer Hamburger Fußballmannschaft in Gang zu bringen, dessen Ertrag eine erste Hilfe für die Geschädigten in Norditalien sein soll. Und die Europa-Union hat einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: „Hunderttausende von Italienern sind obdachlos. Was das bedeutet, wissen wir Deutsche aus jüngster Erfahrung. Wir rufen im Namen der Soldiarität aller europäisch empfindenden Menschen auf, zusammenzustehen und durch Geld- und Sach-Spenden das Unglück der Betroffenen zu lindern.“

(Konto Europa-Union Katastrophenhilfe Nr. 638 der Bank für Gemeinwirtschaft, Hamburg.)