Hervé Bazin: Mit dem Kopf durch die Wand. (Verlag Gustav Kienenheuer. Köln und Berlin, 367 S., i-einen 9,50 DM.)

Die Irrenanstalt als Gleichnis des modernen Gesellschaftsapparates ist in einer ganzen Reihe von Romanen der jüngsten Zeit beschrieben worden: in Deutschland von Fallada (Der Trinker) und Heinz Risse (Wenn die Erde hebt), in Amerika von Mary Jane Ward (Die Schlangengrube). Eine französische Variante gibt der kühle und kritische Roman Hervé Bazins. Aus den asozialen Anwandlungen der Pubertät findet der Held des Buches nicht heraus, weil die Strenge seines Vaters, eines hohen Richters, ihn zum Trotz treibt. Derselbe Vater läßt ihn, um den Skandal von seiner Karriere fernzuhalten, in ein Nervensanatorium bringen – und hier beginnt der labyrinthische Weg in den Irrsinn. Denn in einer Umgebung von Kranken ist es dem Anfälligen ganz unmöglich, zu sich selbst zu finden. Er kann nur noch versuchen, „mit dem Kopf durch die Wand“ zu gehen, aber die Türen des Käfigs schließen sich von Mal zu Mal fester um ihn. Das Unentrinnbare dieses Schicksals zeichnet der junge französische Autor Station um Station mit ungewöhnlicher Kraft des Herzens und der Einsicht. -nn.