DIE ZEIT

Freundliche Kühle in Paris

Als es begann, war die Stimmung in Paris so unfreundlich wie der Himmel über der Stadt. Die deutsche Delegation hatte im „Bristol“ Quartier genommen.

Rundfunk-Politik

Vieles am deutschen Rundfunk ist reformbedürftig, vor allem, daß es bisher zwar einen Rundfunk-Föderalismus aber keinen Deutschen Rundfunk gibt.

Die Bodenreform muß reformiert werden!

Nach dem ersten Weltkrieg führte der Reichstag ein Reichssiedlungsgesetz ein, auf Grund dessen von 1919 bis 1941 in Deutschland über 78 000 Siedler auf annähernd einer Million ha angesiedelt und weitere 300 000 ha auf Anliegerstellen verteilt wurden.

Schalmeienklänge

Veranstalter und Redner konnten mit dem Erfolg des Abends wohl zufrieden sein, als Christian Fette, der Vorsitzende des DGB, vom Übersee-Club nach Hamburg eingeladen, im Großen Saal des Atlantic-Hotels über politische, wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Tagesfragen sprach.

Schlechte Volksvertreter

Der Bundestag hat die Investitionshilfe der Bundesregierung abgelehnt. Durch eine Selbsthilfeaktion der deutschen Wirtschaft wollte dieses Gesetz aus der unter Kohle und Eisenmangel leidenden Konsumgüterindustrie eine Milliarde DM aufbringen, um neue Schächte im Kohlerevier und den Wiederaufbau der demontierten Anlagen in der Eisenindustrie finanzieren zu können.

Drei Großmächte in Asien

Die Beziehungen zwischen Indien und China haben vielfältige Wandlungen durchgemacht. Allmählich aber hat sich ein festes Verhältnis herausgebildet.

Notizen

Professor Dr. med. Dr. h. c. Ludolf Brauer starb im Alter von 86 Jahren in München. Professor Bräuer wurde vor allem durch die Tuberkulosebekämpfung und das Pneumothoraxheilverfahren bekannt.

Großes Theater aus kleinem Anlaß

Die erste Gelegenheit, einer breiteren als der rheinischen Öffentlichkeit von der Tätigkeit der selbständig gewordenen Gründgens-Bühne zu berichten, bildet ein Anlaß, dessen spezifisches Gewicht im umgekehrten Verhältnis zum Wert der am Düsseldorfer Schauspielhaus geleisteten Theaterarbeit stehen mag.

Die Rotte Kain

In diesem Stück, so schreibt der Autor Hans Erich Nossack, geht es „um das uns alle sehr nahe angehende Problem der Flucht. Der Flucht vor dem Schicksal; der Flucht vor den Möglichkeiten, die uns als Menschen verliehen sind; der Flucht vor einer eigenen Entscheidung und vor sich selbst“.

Zweierlei Musik von heute

Seinen ersten Abend in der neuen Spielzeit hatte das „Neue Werk“ im NWDR (Hamburg) ganz und gar dem Geiste Franz Kafkas verschrieben.

Der Verdammte der Insel

Plötzlich sank sie an der Tür nieder... Ihre Hände umklammerten ihre Fußknöchel, sie stützte den Kopf auf die hochgezogenen Knie und blieb reglos und stumm unter dem Trauerschleier ihrer Haare sitzen.

Wer beherrscht wen in Bonn

Es ist viel davon die Rede, daß die Verfassung der Bundesrepublik – nicht populär sei, daß insbesondere die Jugend dem neuen Staat ohne Verständnis und interesselos gegenüberstehe.

Sei dabei durch Television!

Es war ein vielhundertstimmiger Aufschrei. Wenige wußten rccht, wie es geschehen war, eigentlich keiner warum, aber trotzdem hielt sie das Ereignis in seinen Bann geschlagen, Anwesende und selbst Abwesende in unterschiedlichem Maße, und es zitterte noch Tage nach, bis es sich in den Spalten der Zeitungen und später in den Schränken der Büros verlor.

David erschlug Goliath

Des kleinsten westdeutschen Senders – Radio Bremens – Stimme hatte schon zu Zeiten, da sie nur 2 kW stark war, Klang in Europa; seit Mitte Oktober ist sie mit 20 kW wenigstens im Norden und Westen auch hörbar.

Massive und krause Form

Endilich sehen wir nun auch in Deutschland das Werk Marino Marinis, dieses italienischen Künstlers, dessen Name heute in der ersten Reihe der internationalen Bildhauerei steht.

Aus dem Glashaus

Von der „Weltgeltung des deutschen! Doktorgrades“ sprach der Vorsitzende der Westdeutschen Rektorenkonferenz D. Dr. Helmuth Thielicke, Rektor der Universität Tübingen, in einem Schreiben an den Niedersächsischen Kultusminister.

Verloren zwischen Gott und Teufel

Was es mit dem Dritten Reich wirklich auf sich gehabt hat für die Zukunft der Menschheit, welche Rolle ihm im Gefüge der Weltgeschichte überhaupt zugedacht war, das ist trotz der unermeßlichen Flut von Memoiren, Analysen, Satiren und um Gerechtigkeit bemühten Urteilssprüchen bis heute noch ebenso ungeklärt wie die nur scheinbar dringlichere Frage, welcher Sinn dem Sowjetsystem im Ablauf der Weltbegebenheiten letztlich zukommt.

Der Aufstand gegen das System

Hegels Leipziger Kollege Traugott Krug pflegte im Kolleg zu sagen: „Der Professor in Berlin, der jeden Winkel im Weltgebäude als logisch notwendig erweist, möge mir doch einmal meine Schreibfeder aus allgemeinen Begriffen ableiten.

Nobelpreis für Alchimisten

Die mittelalterlichen Alchimisten glaubten, daß alle Stoffe nur verschiedene Modifikationen der einen Urmaterie, der materia prima, seien.

Banderolenkredit als Behelfslösung

Die Weisung des Bundesfinanzministers, wonach, bis 31. März 1952 vorläufig begrenzt, die Hauptzollämter auf Antrag 7 v. H. Banderolenkredit gewähren dürfen, ist theoretisch zwar eine interne Anordnung, praktisch aber ist sie überall bekanntgeworden.

AKU-Regelung „ohne uns“

Eigentlich ist nur noch eines am AKU-Fall interessant, nämlich zu erfahren, welchen Nutzen sich die Königlich Niederländische Regierung versprochen hat, als sie die widerrechtliche Verbringung der (deutschen Privatpersonen gehörenden) AKU-Aktien nach Holland befahl und deren Verkauf an holländische Privatpersonen mittels eines Bankenkonsortiums unter Führung der Nederlandsche Handelsmaatschapij N.

Sowjetzonale Wirtschaft ohne Schleier

„Ihre Schätzungen erwiesen sich als falsch; ihre Beamtenschaft versagt; ihre Pläne mißlingen: Aber die Arbeit geht weiter, wird mit der Zeit zur Gewohnheit.

Investitionshilfe plus Selbstfinanzierung

Das Investitionshilfegesetz hat vor seiner letzten Beratungsphase einen neuen Abschnitt erhalten, mit dessen Aufnahme in ein der Fremdfinanzierung dienendes Gesetz ein höchst interessanter Beitrag zum Kapitel Selbstfinanzierung – Fremdfinanzierung geliefert wird, das in diesem Jahr ja ein besonders umstrittener Punkt der steuerpolitischen Diskussion war.

Das Recht auf Niederlassung im Ausland

Jede Diskussion in Deutschland über die Gründung von Auslandsniederlassungen hat den Nachteil, daß wenig bekannt ist, wie das Ausland auf deutsche Wünsche reagiert, Niederlassungen im Ausland zu gründen.

„Schwimmende Messen“ sind kostspielig

Eine Wiesbadener Exportförderungsgesellschaft hat in diesen Tagen der westdeutschen Wirtschaft in einer Broschüre die Ausstellungsbedingungen für eine Beteiligung an der „Deutschen Überseeschau 1952“ genannt.

Bikini „hält sich“

Westdeutschlands Textilindustrie glaubte noch im Frühsommer dieses Jahres, die Bikini-Bademode würde der vergangenen Saison angehören.

Spott und Ruhm der Sternchen

Wenn man in Florenz die größten Kostbarkeiten sucht, etwa Masaccios Fresken in der Kirche Santa Maria del Caroline, so braucht man nur den amerikanisch sprechenden Negern mit den hochintelligenten feinen Köpfen oder den deutschen Touristen mit den leuchtend roten Baedekerbänden in der Hand nachzugehen, um an das erstrebte Ziel zu kommen.

Was unsere Nerven strapaziert

Der städtische Mitteleuropäer befindet sich fast immer im Vorstadium der Neurose. Dieser Satz war das Fazit einer vorzüglichen Schrift von L.

SPORT DER ZEIT: Das Tempo schuf ein Spiel

Zweimal hat Deutschlands Eishockey-Mannschaft vor einigen Tagen verloren: mit 1:15 und 5:8 gegen Schweden. Und es zeigte sich: nach langen Jahren ohne internationale Begegnungen ist das deutsche Eishockey noch nicht wieder konkurrenzfähig.

Shakespeare in der Vorstadt

Jeden Abend liest die Putzfrau in Brooklyn ihren beiden Kindern eine Seite Shakespeare und eine Seite aus der Bibel vor. Sie ist eben zwanzig.

Lesen junge Menschen?

Internationale Verständigung durch das Kinder- und Jugendbuch“ hieß das Tagungsthema. Etwa hundert geladene Gäste aus Skandinavien und Holland, Belgien, Österreich und der Schweiz kamen zusammen und prüften, ob die Voraussetzungen des Themas stimmten.

Forderung jedes Tages

Fast ein Jahr nach des Dichters Tod und acht Jahre nach seinem ersten Erscheinen im Ausland kommt dieser letzte Roman Albrecht Schaeffers zu uns.

...und andere Amerikaner:

Unter dem Himmel von New York verquicken sich im Laufe der ersten zwanzig Jahre unseres Jahrhunderts an zehn Einzelschicksale zum unerbittlich hämmernden Rhythmus der sich aufblähenden Weltstadt.

Frechheit und Freiheit

Freiheit und Frechheit: ein Buchstabe Unterschied.“ Dergleichen zu konstatieren, hat bei Arno Schmidt nichts von Banalität. Epigrammatisch-bissige Frechheit und echte Freiheit des Geistes sind bei diesem Autor grimmig verzwirnt.

DIE WOCHE

In Paris hat der sowjetische Außenminister Wyschinski vor dem politischen Ausschuß der UNO-Vollversammlung den westlichen Abrüstungsplan zum drittenmal abgelehnt.

Mr. Ohmstedts Versicherungen

Der amerikanische Generalmajor der Reserve George H. Ohmstedt ist in Zivil Präsident von vier Versicherungsgesellschaften in seiner Heimatstadt Des Moines im Staate Iowa.

Rückkehr zur Tradition der Diplomatie

Zum zweitenmal in kurzer Folge erleben wir, daß die öffentliche Meinung in Europa ihre Hoffnungen auf einen Mann setzt, der nach längerer Abwesenheit wieder auf der internationalen Bühne auftaucht.

Aus den Unternehmungen

Gewinnabschlüsse bei Orenstein & Koppel. Die HV der Orenstein-Koppei und Lübecker Maschinenbau AG. billigte die Abschlüsse für die Zeit vom 1.

Rote Fische

Etwa die Hälfte aller Hamburger Fischwirtschaftsbetriebe entschloß sich dieser Tage „spontan“ zu Inseraten in der Hamburger Volkszeitung.

Teufelsaustreibung bei Hitler

Dem Augsburger Weihbischof Dr. Franz Xaver Eberle, in partibus infidelium Bischof von Zalike, der zu Beginn der vergangenen Woche im Alter von 77 Jahren verschied, galten um die Jahrhundertwende große Hoffnungen.

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