Vieles am deutschen Rundfunk ist reformbedürftig, vor allem, daß es bisher zwar einen Rundfunk-Föderalismus aber keinen Deutschen Rundfunk gibt. Doch haben jetzt wohl die Befürchtungen oder Hoffnungen, die mit dem vorbereiteten Bundes-Rundfunkgesetz verknüpft sind; den deutschen Sendegesellschaften selbst einen ersten Schritt zu einem gemeinsamen Sendewerk aufgenötigt. Ihre Intendanten haben sich in Berlin getroffen. Dabei stellte sich heraus: Sie sind bereit, einen gemeinsamen Auslandsdienst ihrer Sender mit Richtstrahlern nach Übersee vorzubereiten. Sie sind sich einig darüber, daß sie möglichst unabhängig bleiben wollen für den Fall, daß die Funkhoheit demnächst an den Bund übergehen sollte. Sie möchten daher die politische Aufsicht der Bundesinstanzen so weit einschränken, wie dies nur möglich ist. Die Frage, ob es zweckmäßig sei, in Berlin einen eigenen Westberliner Sender zu errichten, ist einstweilen dahin entschieden, daß auf einer neuen Sitzung darüber verhandelt werden soll, wieweit es möglich ist, Berlin und der Opposition der Sowjetzone innerhalb der Programme der westdeutschen Sender eine größere Sendezeit zuzugestehen.

Endgültiges ist in Berlin nicht beschlossen, aber es wäre erfreulich und ein schönes Zeichen deutscher Verbundenheit, wenn die dort gefaßten Pläne einer Zusammenarbeit verwirklicht werden, würden. K. W.