Der Film „Primanerinnen“ nach der Novelle „Ursula“ von Klaus Erich Boerner wurde in Hannover uraufgeführt. Der Autor des Drehbuchs Rolf Thiele hat allen unzuträglichen Ballast der Erzählung entschlossen beiseite geschoben und daraus eine moderne Geschichte einer ersten Liebe gemacht.

Thiele, der schon das Drehbuch zu dem Film „Es kommt ein Tag“ schrieb, führt nun zum ersten Male auch Regie. Seine Arbeit ist zwar noch mit den Mängeln eines Erstlings behaftet, wie Längen (besonders zu Anfang), ist aber doch so erfreulich, daß sie die Zuversicht begründet, hier wurde dem Film eine wirkliche Begabung gewonnen. Er hatte auch den Mut, für die Besetzung blutjunge Darsteller zu verpflichten. Die 20jährige Ingrid Andree debütiert mit der Hauptrolle der Ursula, der sie nicht nur den bezaubernden Charme ihrer Jugend sondern auch die vielfältige Ausdruckskraft ihrer schauspielerischen Mittel gibt. Walter Giller spielt den Thomas locker und unkompliziert, obwohl er dabei der Gefahr des Grotesken nicht entgehen kann. Christiane Jansen erfreut als Regine durch die aparte Schönheit ihrer Erscheinung, während Jochen Wolfgang Meyn durch die stille Verhaltenheit seines Hans Rühle gefällt. Die Produktion der Göttinger „Filmaufbau“-Gesellschaft hat sich durch ihre bisherigen Filme („Liebe 47“, „Nachtwache“, „Es kommt ein Tag“) besondere Maßstäbe geschaffen. Eine anspruchsvolle Produktion, die im Jahr nur einen Film herausbringt, darf aber nicht auch in den schädlichen Fehler verfallen, zu eilig zu improvisieren: denn je ausgereifter ein Stoff ist, um so eher wird er künstlerisch gelingen. W. Sch.

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Im Petri-Dom der Bischofsstadt Bautzen wurde Dr. Heinrich Wienken als 45. Bischof von Meißen feierlich inthronisiert. Nach einer Meldung des sowjetisch lizenzierten ADN nahmen an der Feier Vertreter der sächsischen Landesregierung und des sächsischen Landtages teil. Bischof Wienken war bisher Leiter der Verbindungsstelle des deutschen Episkopats zu den Besatzungsmächten.

Die Gesamtausgabe aller Aufzeichnungen Beethovens wird in Bonn vorbereitet. Das Bonner Beethoven-Archiv verfügt zur Zeit über rund zwanzigtausend Notenblätter des Komponisten und, die Fotokopien seiner persönlichen Aufzeichnungen.

Die Welturaufführung der Oper „Billy Budd“ von Benjamin Britten fand in der Londoner Covent-Garden-Oper statt.