In Paris hat ein Unterausschuß der UNO-Voll-Versammlung, der aus den drei Westmächten und der Sowjetunion besteht, unter dem Vorsitz des Präsidenten der Vollversammlung Luis Padilla Nervo mit Geheimbesprechungen zur Ausarbeitung eines Kompromisses zwischen den verschiedenen Abrüstungsvorschlägen begonnen. Der Ausschuß geht auf einen gemeinsamen Vorschlag Pakistans, Syriens und des Irak zurück.

Großbritannien, Frankreich und die USA haben die Bildung einer Kommission angeregt, die umfassende Untersuchungen über die Voraussetzungen für freie Wahlen in ganz Deutschland anstellen sollen.

Der Leiter des amerikanischen Amtes für Verteidigungsmobilisierung, Charles Wilson, gab vor führenden europäischen Industriellen in Washington eine Übersicht über die geplante Entwicklung der Rüstungsproduktion in den nächsten zwei Jahren. Danach hat die amerikanische Rüstungsproduktion zur Zeit einen Wert von monatlich zwei Milliarden Dollar (8,4 Milliarden DM) erreicht, und soll im Jahre 1953 auf das Doppelte gesteigert werden. Wilson erklärte, die amerikanische Volkswirtschaft könne auch eine wesentlich erhöhte Produktion ohne nachteilige Folgen leisten. Sie könnte ihren gegenwärtigen Rüstungsstand wenn nötig hundert Jahre lang ohne Schaden aufrechterhalten.

Die Sowjetunion hat die Türkei in einer neuen Note nochmals vor dem Eintritt in den Atlantikpakt gewarnt.

*

In Straßburg trat die Beratende Versammlung des Europarates zu ihrer diesjährigen zweiten Sitzungsperiode zusammen. Unter den 125 Delegierten aus 15 europäischen Ländern befinden sich 35 Bundestagsabgeordnete. Der britische Innenminister Maxwell-Fyfe wiederholte die Weigerung seiner Regierung, weder der Montanunion noch der Europaarmee beizutreten. Italienische und französische Delegierte setzten sich für eine europäische Föderation – gegebenenfalls ohne England – ein.

Der englische König Georg VI. hat, der Tradition entsprechend, verschiedene Mitglieder der abgetretenen Labour-Regierung geadelt. Unter den in den Adelsstand Erhobenen befinden sich der ehemalige Lordkanzler Viscount Jowitt und der ehemalige Außenminister Herbert Morrison.