Der Italiener liebt die Witzblätter. Eine der intelligentesten unter den vielen ausgezeichneten humoristischen und satirischen Zeitungen ist der „Candido“. Sogar das Impressum ist eine amüsante Lektüre. Da steht hinter der Mailänder Redaktionsadresse: Man kann sich, um dahin zu gelangen, ruhig den Tramlinien 4, 21 oder 11 anvertrauen, natürlich kann man auch im Taxi kommen, in der Carrozza, auf dem Fahrrad oder zu Fuß. Will man telefonieren, so bediene man sich der Nummer 206 501, 2, 3, 4; es empfiehlt sich etwas Geduld, denn die Leitung ist meistens besetzt!

Das nun von Duvivier verfilmte Buch „Don Camillo und Peppone“ hat den bis dahin nur in Italien bekannten Namen Giovannino Guareschis, des Chefredakteurs und Zeichners von „Candido“, weltberühmt gemacht. Der moderne Schelmenroman von dem Kampf des streitbaren Landpfarrers Don Camillo gegen Peppone, den lokalen Kommunistenführer, wurde nicht nur in den USA ein Best-Seller, sondern nach und nach in fast alle Sprachen übersetzt, zumindest in diejenigen, die man diesseits des Eisernen Vorhanges spricht. Wenn Guareschi ein Schreiber ist, der auch zeichnet, so ist Carlo Manzoni ein Zeichner, der auch schreibt. Die enge Freundschaft dieser beiden Männer hat die spezifische Laune des „Candido“ geschaffen. Der Italiener kennt sie wohl, die beiden schnurrbarttragenden Humoristen: den kräftigeren Guareschi mit dem Stalinbart und den schmaleren Manzoni, dessen baffi etwas Spitzes und Elegantes hat, und er kennt die komischen Figuren und Karikaturen aus dem „Candido“. Wegen der KP-Genossen, die Guareschi stets mit drei Nasenlöchern zeichnet (zwei zum Atmen und eins, durch das man das Gehirn herausnahm), intervenierte Togliatti vor kurzem einmal im Parlament, doch ohne Erfolg.