Duft Cooper: Kennwort Unternehmen Hartbreak. Roman. Scherz & Goverts Verlag, Stuttgart, 208 S., Leinen 11,80 DM.)

Der Sproß einer alten englischen Offiziersfamilie ersehnt nichts heißer, als selbst für sein Vaterland zu kämpfen. Aber das Schicksal hat. ihn zum Narren. Der Waffenstillstand 1918 wird geschlossen, noch ehe sie die Schiffe besteigen. Pflichtgemäß, aber ohne viel Schwung absolviert er seine Laufbahn als Offizier im Rheinland, in Indien, in Ägypten, in der Heimat. Kameraden mit der Tapferkeitsmedaille sind ihm ein Ärgernis, Zivilisten mit der gleichen Auszeichnung ein Wunder. Er wartet auf seine Stunde, jahraus, jahrein. Als der Zweite Weltkrieg wirklich kommt, ist er zu alt für die Front, an Jahren und Ausbildung, und bekommt ein Heimatkommando. Nichts nützen seine dringenden Vorstellungen. Er fühlt sich überflüssig, und als eine Lungenentzündung ihn aufs Krankenlager wirft, braucht sie nicht viel Kraft, um diesem müden Leben das Ende zu setzen.

Aber nun bemächtigt sich die Weltgeschichte in Gestalt der heimatlichen Feindabwehr des verhinderten Helden. Zur Irreführung des Gegners bedarf es eines ertrunkenen Geheimkuriers, der mit den exakt ausgearbeiteten falschen Plänen und Befehlen an die Küste gespült wird. Und dazu bieten Name und Physiognomie eines echten Gentleman mit der richtigen Nummer der Offiziersrangliste gerade die gesuchten Voraussetzungen. Der Brief der bis dahin von ihm unerkannten wahren Geliebten, den man ihm mitgibt, vervollständigt dieses Bild.

Duff Cooper, der Diplomat, hat aus diesen Stoff eine Studie von faszinierender Wirkung gemacht. Sie enthält alle Spannungsmomente einer Abenteurergeschichte, aber spielerisch geschickt wie im Rückspiegel ihrer eigenen Selbstverspottung aufgefangen und zurückgeworfen. Das alles in einer wunderbar knappen und doch plastisches Sprache geschrieben und mit jener leisen Ironie der Angelsachsen, die unerreicht ist. K.