Alexis Carrel: Das Wunder von Lourdes. (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, 134 S., Leinen 8,30 DM.)

Im Jahre 1903 machte der französische Autor Carrel – später weltberühmt geworden durch sein Buch „Der Mensch, das unbekannte Wesen“ – eine Reise nach Lourdes. In seinen nachgelassenen Schriften fand sich dieser Bericht darüber. Analytische Forschung und starke Neigungen zur positiven Wissenschaft hatten ihn zum Skeptiker gemacht. So schrieb er auf der Hinreise in sein Tagebuch: „Gegen die organischen Kräfte kommen die Kräfte von Lourdes nicht an.“ Aber das eigene Erlebnis, die unerklärliche Heilung einer. Todgeweihten, wurden zum Wendepunkt seiner persönlichen und wissenschaftlichen Haltung. Immer stärker drängte dieses Ereignis seine Forscherarbeit auf einen völlig neuen Bereich. Das Niemandsland zwischen Biologie, Medizin, Psychologie, Philosophie und Religion wurde von ihm erschlossen. Mit lebendiger Darstellungskraft und gewissenhafter Klarheit erleben wir auf diesen Seiten, wie in mutigen Reflexionen die ersten Steine zu einem Neubau des ärztlichen Ethos gelegt werden. L. N.