der deutschen:

Alix du Frênes: Die blinden Spiegel. Roman (Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 218 S., Leinen 10,80 DM).

Eine neue deutsche Erzählerin wird vorgestellt: Die Handlung spielt zwischen Deutschland und Frankreich, auch das Thema ist aus den Mentalitäten beider Völker entwickelt, Aufbau und Diktion knüpfen an französische Erzählweise moderner französischer Romane an. Bezeichnend dafür ist die Verwendung des Symbols der „blinden Spiegel“, auf das die ganze Fabel gestellt ist. Nehmen wir den anderen, den wir zu lieben glauben, als einen Spiegel, in dem wir uns selbst lieben, so wird ein solcher Spiegel sogleich blind. Zu dieser Erkenntnis kommt der deutsche Student Johannes, dessen schmerzliche Erfahrungen diesem Irrtum erwachsen. Die Münchner Schauspielerin Gloria verliert er an seinen älteren Verwandten, den französischen Oberst Fabrice, der unbefangener zu lieben vermag.

Das Erstlingswerk der jungen Münchnerin ist verheißungsvoll durch den freien Ton und den lebhaften Schwung der Aussage, wenn auch manches Bild noch unscharf bleibt.

Edith Klipstein: Hotel in Kastilien. Novelle (Bibliothek Suhrkamp, Band II, Suhrkamp Verlag, Berlin und Frankfurt, 129 S., 3,80 DM).

Eine kunstvoll ersonnene Begebenheit als

Gleichnis der großen Stille vor dem europäischen Sturm, in der Konstruktion den Büchern der Geschwister Sitwell verwandt: Juwelendiebstahl und ein Selbstmord wirken als krasse Ereignisse wohl für die Gäste aus Europa, nicht aber für die Kastilianer.