Von Günther Neumann

Mehr als ein Barometer für die Berliner Stimmung ist der Kabarettist Günther Neumann. Zwar merkt man an jedem seiner Gedichte: So sieht es heute in Berlin aus – aber das ist nicht alles. Neumanns Verse – und vor allem sein Film „Berliner Ballade“ – gehen über die bloße Parodie des Augenblicks hinaus: mit den Mitteln des Humors und der Satire stoßen sie in die Not des Menschen von heute hinein, der umgeben ist von politischer Zweckpropaganda, von Terror, Verfolgung, Lügen und äußeren Einschränkungen, und der sich dennoch als Mensch behaupten möchte. Dies ist ja für den Westberliner besonders schwer und für einen Künstler, der zudem auch noch von gefährlichen Lockungen umgeben ist, noch schwieriger. Über das Künstlerische hinaus liegt die Bedeutung Günther Neumanns deshalb vor allem auch in seiner persönlichen Haltung.

Kommt ein Vogel geflogen,

setzt sich nieder auf mein’ Fuß,

ist ’ne Taube vom Osten,

bringt statt Frieden bloß Schmus.

Und der Vogel, der schlaue,