DIE ZEIT

Die enttäuschten 131er

Lang, für die meisten unerträglich lang, mußten die 131er (die verdrängten Angehörigen des öffentlichen Dienstes und die ehemaligen Wehrmachtbeamten und aktiven Offiziere) auf die ihnen im Grundgesetz in Aussicht gestellte Regelung ihrer Rechtsverhältnisse warten.

Die Regierung Grotewohl in der Klemme

Die Frage der Wiedervereinigung Deutschlands ist in ein neues Stadium getreten: Deutsche Abgesandte – der Bundesrepublik und der Sowjetzone, sowie von West- und Ostberlin – sind vor die UNO geladen worden, um ihre Ansichten über gesamtdeutsche Wahlen darzulegen und zu vertreten.

Appell der Waffen-SS

Es gibt heute innerhalb unseres Volkes mehr Trennendes als Verbindendes, und eben dies ist das eigentliche Problem des neuen deutschen Staates.

Schrecksekunde

Jean Stock, seines Zeichens Fraktionsvorsitzender der SPD im bayerischen Landtag, erlitt vor einiger Zeit im Münchener Maximilianeum eine böse Schrecksekunde.

Saar-Imperialisten

Ministerpräsident Altmeier, ein gebürtiger Saarländer, hat kürzlich in einer Rede die nicht unbekannte Tatsache vermerkt, daß das Saargebiet früher Zum Rheinland gehört hat und auch heute als ein Teil der Bundesrepublik betrachtet wird.

Kanzler auf Reisen

Staatsbesuche pflegen im allgemeinen „im Geiste freundschaftlichen Einvernehmens“, wie es so schön heißt, zu verlaufen. Der Besuch aber des Bundeskanzlers in London ist, nach der Reaktion der britischen Presse zu urteilen, ein voller Erfolg gewesen.

Immer an Berlin denken...

Manchmal, während das Leben seinen Gang geht, überkommt es uns wie ein Erschrecken. Wo ist Berlin? Sind wir dabei, diese Stadt zu vergessen? Sind wir es müde geworden, den Stachel in unserem Herzen zu fühlen? Auch an Schmerzen gewöhnt sich der Mensch, weil das Leben sonst nicht zu bewältigen wäre.

Österreich: Müde Minister – unruhiges Volk

Drei Faktoren bestimmen die politischen Veränderungen. Zunächst der „Drang nach dem Westen“. Während sich der Osten des Landes, allem voran Wien mit der niedrigsten Geburtenquote, allmählich entvölkert, konzentrieren sich im Westen große Menschenmengen um die neuen Industriezentren zwischen Enns und Inn und in der mit Hochdruck ausgebauten Steiermark (Bruck – Kapfenberg).

Operettenputsch in Bangkok

Thailands Ministerpräsident und „starker Mann“, Marschall Pibul Songgram, fühlte sich anscheinend nicht stark genug, um allen nachteiligen Folgen erfolgreich zu begegnen, die sich aus der Rückkehr seines jungen Königs Rama IX.

DIE WOCHE

Die inzwischen eingestellten Geheimbesprechungen im Unterausschuß der UNO-Vollversammlung zur Ausarbeitung eines Kompromisses zwischen den verschiedenen Abrüstungsvorschlägen der Westmächte und der Sowjetunion haben zu keinem definitiven Erfolg geführt.

Berlin baut sowjetisch

Das Zentralorgan der SED, „Neues Deutschland“, zeigt zum ersten Male, wie sich die Beauftragten des Generalsekretärs der SED, Ulbricht, den Neubau Berlins vorstellen.

An uns soll’s nicht liegen

Wenn der Kanzler nach Bonn zurückkehrt, warten auf ihn die Zusatzabkommen zu jenem Generalvertrag, der das Besatzungsstatut ablösen und die Beziehungen der Bundesrepublik zu den westlichen Alliierten auf eine neue Rechtsgrundlage stellen soll.

Die Prinzipalin griff daneben

Als die Lustspieldichter noch Humor hatten, brauchten sie nicht ins Narrenhaus zu gehen, um Narren zu finden. John Patrick hingegen, Autor der amerikanischen „Erfolgskomödie“ Eine etwas sonderbare Dame, bewegt sich vier Akte lang in einer solchen Anstalt (in Amerika ist es nachgerade Mode geworden, daß jeder Tunichtgut seelisch erkrankten Menschen in die Herzen sehen darf, um nachher aus dem, gesammelten Stoff Filme, Bücher und nun sogar Witze anzufertigen).

Geburt des Südweststaates

Der Südweststaat ist am vergangenen Sonntag durch die Volksabstimmung unter heftigen Wehen geboren. Und so wird denn die Bundesrepublik in Zukunft nur noch aus neun, statt wie bisher aus elf Ländern bestehen.

Notizen

Durch ein neues Vervielfältigungsverfahren hat der „Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes“ jetzt die Möglichkeit erhalten, jedem Heimkehrer im Bundesgebiet eine Liste aller vermißten Angehörigen seiner ehemaligen Einheit in die Hand zu geben.

Der Aufstand der Farbigen

Der Aufstand der Farbigen ist keine Utopie mehr. Der Auflösungsprozeß der Kolonialreiche ist in vollem Gange. Ein Drittel aller Mitgliedsstaaten der UNO hat seine staatliche Selbständigkeit dem Verlauf und Ausgang der beiden Weltkriege zu verdanken.

„Billy Budd“ als Opernheld

Die Diskussion um die Zukunft, vielmehr die Gegenwart der Oper ist durch Benjamin Brittens „Billy Budd“ um ein interessantes Beispiel vermehrt worden.

Buttenwiesers Abschied

Einige Äußerungen, die der stellvertretende amerikanische Hohe Kommissar Buttenwieser vor seiner Heimkehr nach Amerika gegenüber dem Vertreter der New York Times gemacht hat, deuten darauf hin, daß dieser Beamte der amerikanischen Hohen Kommission, der seit September 1945 in Deutschland war, sich von uns ebenso leicht trennt wie wir von ihm.

Bühne als pathologische Anstalt

Der sich teilende Vorhang gibt den Blick frei auf einen Rundhorizont voller gebückter nackter Leiber, eng nebeneinander hockend oder – grabend einen Vulkan aus Robotern.

Der Tote von Ratzeburg

Noch nie warmes einfach, das künstlerische Vermächtnis eines großen Toten so zu pflegen, daß es nicht Kulisse wurde. Wie es in dieser Hinsicht heute steht, zeigt die Situation der Ernst-Barlach-Gesellschaft.

Hoher Durchschnitt ohne Spitzen

Wenn in den letzten Jahren im westlichen Deutschland an irgendwelchen wichtigen Plätzen eines Kunstausstellung veranstaltet wurde – sei es in Berlin, Düsseldorf, München, Hannover, Köln oder Hamburg –, so ergab sich immer wieder das gleiche Bild: Das Niveau der ausgestellten Werke, der Malerei wie der Plastik, war bemerkenswert.

Erntedank des Surrealismus

Ein Literaturskandal ist unter Schriftstellern in Frankreich eine Krankheit wie die Masern; ein jeder muß sie einmal gehabt haben, um sich nicht anderer Krankheiten verdächtig zu machen oder sich der Gefahr auszusetzen, daß sie ihn zu ungelegenen Zeiten trifft.

Die alte Anziehungskraft

Berlin erhält wieder zahlreiche Musikerbesuche von jenseits der Zonengrenze, der Bundesgrenze, der Küsten Europas. Die Gäste, die vormals dem Berliner Musikleben angehörten, äußern laut ihr Erstaunen über den Grad der Veränderung gegen ehedem, vor 1945 oder 1933, und beklagen die Zerstörungen.

Mancherlei Theater

In Berlin wittern Freunde der Bühnenkunst Morgenluft. Vor einem Jahre wurde noch über die szenische Lethargie, und Provinzialisierung Berlins Klage geführt – jetzt geht es vorwärts.

Glaube

Als das Flugzeug genau die erforderliche Höhe erreicht hatte, kroch Klein-Trick aus seinem Versteck und schlich zur Kabinentür.

Berlin hat unausgenutzte Kapazitäten

Die wirtschaftlichen Probleme Westberlins sind nur verständlich, wenn man zwei grundlegende Tatsachen berücksichtigt: den Verlust der Einnahmen aus Dienstleistungen, von denen Berlin zum großen Teil lebte, als es die Hauptstadt Deutschlands war, und die fast vollständige Zerstörung der Industrie durch den Krieg und die Ausräumung der Betriebe, aus denen die Rote Armee alles herausholte, was irgendwie Wert hatte.

RWE mit Kurzschluß

Die jüngsten Abschlüsse der Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG, Essen, spiegeln in Bilanz und Produktionsentwicklung den kräftigen Aufschwung der westdeutschen Wirtschaft wider.

Schlendrian?

Die für die Bearbeitung von Exportanträgen zuständige „Zentrale Genehmigungsstelle“ war bereits mehrfach das Ziel von Angriffen deutscher Exporteure, Fachvereinigungen oder Industriegruppen.

Bundesbank am Gängelband

Was bisher vom neuen Bundesbankgesetz publik geworden ist, ermuntert nicht zu jenem Seufzer der Erleichterung, daß nun „alles aufs beste bestellt“ sei.

Aus Berlin: Erzeugnisse mit Weltruf

Im Wiederaufbau der Berliner Industriebetriebe nimmt die Borsig AG, Berlin-Tegel, eine Sonderstellung ein. Nach 75prozentiger Zerstörung und vollständiger Demontage 1945 hatte sie die Betriebseinrichtungen bis 1947 unter schwierigsten Verhältnissen teilweise wieder aufgebaut, als eine Stillegung mit nochmaliger Teildemontage bis zum Frühjahr 1950 verfügt wurde.

Es begann mit Resten...

Berlin ist — selbst aus der Weltperspektive heraus gesehen — stets ein Mittelpunkt def deutsche Glühlampenhersteüer zur Osram GmbH. zusammenschlössen, lagen die ersten Jahrzehnte entscheidender Entwicklung bereits hinter ihnen.

Schokolade nach USA

Bombenschäden hatten in Berlin zuweilen auch ihr Gutes: der Trümmerschutt begrub Maschinen und Ausrüstungen und entzog sie so dem hastigen Zugriff der sowjetischen Besatzungsmacht in den zwei Monaten ihrer Alleinherrschaft.

Holzersatz wegen Verknappung

Die anhaltende Holzverknappung und die entsprechend haussierenden Holzpreise haben in der Schweiz seit langem dazu geführt, daß man sich experimentell um die Herstellung eines Holzersatzstoffes bemüht hat.

Hundertjährige Tradition

Aus der Fülle hervorragender Aufbauleiitungen Berliner Industriebetriebe ist die Nachkriegsentwicklung der Carl Mampe AG. ein besonders eindrucksvolles Beispiel.

Berliner Banken rücken auf

In der Nachkriegszeit lag das Berliner Kreditwesen zunächst in den Händen des Berliner Stadtkontors, der Städtischen Sparkasse und der Berliner Volksbank eGmbH.

Ein neuer „Trippel“

Die Bemühungen zur Entwicklung leistungsfähigerKleinwagen führen immer wieder zu neuen Konstruktionsversuchen. Dies ist in Deutschland nicht weiter erstaunlich.

Sternberg: „Vor dem Weltgericht“

Man möchte das neueste Buch von Fritz Sternberg eine Wirtschaftsgeschichte der letzten hundert Jahre nennen, betrachtet unter einem ganz bestimmten – verhältnismäßig engen – Gesichtswinkel („Kapitalismus und Sozialismus vor dem Weltgericht“, Rowohlt-Verlag, Hamburg, 1951, 456 S.

Die Friedenstaube

Mehr als ein Barometer für die Berliner Stimmung ist der Kabarettist Günther Neumann. Zwar merkt man an jedem seiner Gedichte: So sieht es heute in Berlin aus – aber das ist nicht alles.

Neue Heime für Berliner Kunstschätze

Die Berliner Museen haben eine bemerkenswerte Geschichte hinter sich. Den gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts einsetzenden ersten Bestrebungen zur Museumsgründung gaben die Freiheitskriege Aufschwung.

Das wissenschaftliche Abenteuer

Als Ende 1948 die Freie Universität gegründet wurde, sprach man im Westen Deutschlands von einem „wissenschaftlichen Abenteuer“.

Neue Industrien

Das Ziel der Berliner Wirtschaftspolitik ist die volle Wiedergewinnung des Anschlusses an den Wirtschaftsstand des Bundesgebiets, nachdem die getrennte Währungsumstellung und die anschließende Blockade die wirtschaftliche Entwicklung der früheren Reichshauptstadt sehr gehemmt hatte.

Wird Berlin wieder Filmstadt?

Im Cinéma Paris am Kurfürstendamm läuft seit einigen Tagen der Film „Endstation Sehnsucht“, nach Tennessee Williams’ Bühnenstück.

Die Berlinerin – heute

Jeden Freitagabend kann man im RIAS eine Frauenstimme hören, die zu den Männern spricht: Mein lieber Herr ... Diese Sprecherin beantwortet Briefe, in denen Männer ihr ein menschliches, persönliches Problem ans Herz legen.

Eckpfeiler des Empire

Die Heimat der Aphrodite ist zum Stützpunkt des Mars geworden. Vom Cap Arnauti, in dessen Nähe einst die Göttin der Liebe ihre parfümierten Bäder genommen haben soll, bis zum Cap Andreas, wo sich heute eine Nachbildung des vom Apostel Andreas gegründeten Klosters erhebt, treiben Ingenieure der Royal Navy und Royal Air Force die Arbeiten am Bau von Flug- und Flottenbasen voran.

Notizen für Reisende

Die Deutsche Bundesbahn setzt zur Wintersportsaison vom 22. Dezember an für die Wintersportler je einen Ferienexpreß in Hamburg und Dortmund ins Allgäu und in das Berchtesgadener Land ein.

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