Jean Stock, seines Zeichens Fraktionsvorsitzender der SPD im bayerischen Landtag, erlitt vor einiger Zeit im Münchener Maximilianeum eine böse Schrecksekunde. Aus bisher ungeklärten Gründen löste sich ein Kronleuchter von der Decke des Plenarsaals und zerschellte in einem Meter Entfernung von dem Abgeordneten auf dem Boden. Groß war der Schreck des Jean Stock. Größer noch wurde der Schreck, den er inzwischen selbst verbreitet hat. Denn wie es in München heißt, will der SPD-Fraktionsvorsitzende sich nicht mit der ihm inzwischen zugesprochenen Entschädigung von 8000 DM zufriedengeben, man behauptet, er wolle weitere 8000 DM fordern. Ein paar tausend DM für eine Schrecksekunde, das ist gewiß kein schlechtes Geschäft. Schade nur, daß es sich ausgerechnet in einem deutschen Lande ereignet, das für die Sauberkeit in seiner wiederaufgebauten Verwaltung bekannt geworden ist. Und schade auch, daß dieses Geschäft einen Abgeordneten Lügen zu strafen droht, der es liebt, als Kämpfer für ein rigoroses „Einsparungsprinzip“ aufzutreten. Den Namen dieses sparsamen Abgeordneten wollen wir auch verraten: er heißt Jean Stock. j.