In London wurde eine britisch-deutsche Gesellschaft ins Leben gerufen, unter deren 25 Gründern sich F. J. Bellenger, Lord Beveridge, Lord Pakenham, Victor Gollancz, Harold Nicolson und Bertrand Russell befinden. Viele der Initiatoren waren in der Nachkriegszeit in der Verwaltung der britischen Zone Deutschlands tätig. Und es mag als Symptom für die menschlichen Qualitäten dieser Männer gelten, daß gerade sie, denen damals Ärger und Enttäuschungen gewiß nicht erspart blieben, heute in England als Freunde Deutschlands auftreten. In einer Zuschrift an die Times erklärten die Gründer: „Sowohl in diesem Land, als auch in Deutschland ist das Verlangen nach einem besseren Verständnis des gegenseitigen Lebens und der gegenseitigen Probleme bedeutend angewachsen.“ Die Times selbst begrüßt in einem Leitartikel die Vereinigung; sie protestiert gegen alle diejenigen, die.da sagen, es sei noch zu früh, wieder an eine Freundschaft mit Deutschland zu denken, und sie unterstreicht, daß man im Gegenteil gar nicht früh genug damit beginnen könne, die britisch-deutschen Beziehungen in die beste Richtung zu lenken.

Wir Deutsche haben daher allen Grund, die Gründung dieser Gesellschaft zu begrüßen. Die Namen ihrer Initiatoren haben nicht nur bei uns einen guten Klang; auch in London wird man sich in Zukunft über das Gewicht ihrer Stimmen nicht ohne weiteres hinwegsetzen können. C. J.